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DER STROMMARKT IN DEUTSCHLAND

 

„Mein Strom kommt aus der Steckdose und da kommt für alle der gleiche Strom raus, egal welchen Stromanbieter sie haben“, sagen viele. Das stimmt auch zum Teil, denn alle Stromanbieter liefern ihren Strom über das gleiche Stromnetz und niemand hat eine eigene Leitung direkt zu seinem Stromanbieter. Aber: Ihre Wahl des Stromanbieters entscheiden darüber, wer wie und wie viel Strom produziert und wer Geld dafür bekommt. Seit der „Strommarktliberalisierung“ konkurrieren verschiedene Stromanbieter auf dem Markt, die ihren Strom alle in das Stromnetz einspeisen, in dem immer genügend Spannung vorhanden sein muss. Das kann man sich wie einen großen See vorstellen, in den die Anbieter ihren Strom hinein fließen lassen und aus dem die VerbraucherInnen den Strom entnehmen. Die Stromanbieter speisen dort ihren Strom aus verschiedenen Energiequellen ein und es ist physikalisch nicht möglich den Strom nach Atomstrom und anderem Strom zu trennen.  

  

Trotzdem entscheidet Ihre Wahl des Stromanbieters darüber, welches Unternehmen seinen „Strommix“ ins Netz, also den Stromsee einspeisen kann und für den von Ihnen verbrauchten Strom Geld bekommt. Das heißt, wenn mehr echte Ökostromanbieter* ihren Strom einspeisen können, dann wird der Strom im Stromsee insgesamt sauberer und es wird mehr Geld in Erneuerbare Energie investiert. Wenn die Nachfrage nach Ökostrom so weit steigt, dass die vorhandenen Anlagen  zur erneuerbaren Energieversorgung nicht mehr ausreichen, dann müssen die Stromversorger in neue Anlagen investieren.  

 

Die vier großen Energiekonzerne E.on, EnBW, RWE und Vattenfall, die immer noch einen großen Teil des „liberalisierten“ Strommarktes kontrollieren, sind gleichzeitig auch die Betreiber der 17 in Deutschland arbeitenden Atomkraftwerke und zahlreicher Kohlekraftwerke. Ihnen gehören Anteile an vielen Stadtwerken und sie verkaufen ihren Atomstrom an andere Stromanbieter. Echter Ökostrom ist unabhängig von der Atom- und Kohlestromproduktion dieser Unternehmen, wird aus erneuerbaren Energien erzeugt und produziert somit weniger CO2 als herkömmlicher Strom. Mit jeder Kundin, die zu einem Ökostromversorger wechselt, steigt die Nachfrage nach sauber erzeugter Energie.  

 

 Kernenergie beträgt derzeit noch über 20% des in Deutschland verwendeten Strommixes, das heißt aber nicht, dass wir auch zukünftig Atomenergie für unsere Energieversorgung brauchen. Eine Studie des Bundesumweltamtes hat bestätigt, dass beim Festhalten an den aktuellen Atomausstiegsplänen keine Versorgungslücke zu erwarten ist. Selbst als 2007 sieben der 17 deutschen Atomkraftwerke zeitweise stillstanden, wurde noch Strom aus Deutschland exportiert!  

 

 

Ökostrom

 

In Deutschland gibt es verschiedene Ökostromanbieter, die unabhängig von den Betreibern der Atomkraftwerke sind, die keinen Atom- oder Kohlestrom zukaufen sondern ihren gesamten Strom aus regenerativen Energien beziehen, das sind naturstrom, Lichtblick, Greenpeace energy und Elektrizitätswerke Schönau (EWS). Unter regenerativen Energien versteht man neben Sonnen-, Wind- und Wasserkraft meist auch Strom aus hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die zwar eine nicht-erneuerbare Energiequelle verwenden, durch die Kopplung von Wärme- und Stromgewinnung aber einen extrem geringen Verbrauch dieses Rohstoffs haben. Aus diesem Grund wird die Kraft-Wärme-Kopplung als Übergangstechnologie im Ökostromsektor verwendet. Ein weiteres wichtiges Kriterium für echte Ökostromanbieter ist, dass sie in neue Anlagen investieren und somit den Ausbau erneuerbarer Energien voran treiben. Der aktuelle Recherchebericht der Umweltorgansiation Robin Wood zu den vier echten Ökostromanbietern und ihrer Erfüllung der Kriterien finden Sie hier (PDF).

 

 

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*Echte Ökostromanbieter sind unabhängig von Stromkonzernen,  die Atom- oder Kohlekraftwerke betreiben, verwenden ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien und handeln nicht mit RECS-Zertifikaten.