
Sitemap | Kontakt | Impressum | Newsletter | E-Mail
AKTUELLES | NEWS
GENANEWS DEZEMBER ERSCHIENEN
Der aktuelle Newsletter berichte über die UN-Klimakonferenz, über Aktivitäten im Vorfeld der Rio+20 Konferenz zum Thema Green Economy in Deutschland und weltweit. Er informiert...
DISKUSSIONSPAPIER GENDER & GREEN ECONOMY
Das Diskussionspapier 'Green Economy: Gender_gerecht' liegt jetzt vor. Wir laden zur Diskussion ein und sind gespannt auf Stellungnahmen, Ergänzungen, Kritiken. Gern stellen wir...
FRAUENRAT ZUR GREEN ECONOMY
"Green Economy - Gerechtigkeit oder Begrünung des Kapitalismus?" lautet der Titel der aktuellen Ausgabe des Zeitschrift des Deutschen Frauenrats. Vielfältige Beiträge von...
Vom 03. bis 14. Mai tagte zum 18. Mal die Kommission für Nachhaltige Entwicklung (CSD) in New York. Die Kommission wurde im Anschluss an den Erdgipfel (UNCED) 1992 geschaffen, um die Umsetzung der Agenda 21 sowie der Rio Erklärung über Umwelt und Entwicklung zu überwachen. Außerdem soll sie Politikempfehlungen geben. 2003 wurde ein Arbeitsprogramm verabschiedet, welches den Prozess bis 2017 strukturiert. Jeweils zwei Sitzungen hintereinander werden Unterthemen nachhaltiger Entwicklung intensiv diskutiert. 2010/2011 geht es um Transport, Chemikalien, Abfallmanagement, Bergbau und die Verabschiedung eines Zehnjahresprogramms zur Nachhaltigkeit von Produktion und Konsum.
Frauen sind als organisierte Interessengruppe aktiv an dem Diskussionsprozess der CSD beteiligt. Ihre Positionen zu den Themenfeldern der diesjährigen CSD wurden im Folgenden zusammengefasst.
Allgemein
Gendergerechtigkeit wird als Ausdruck sozialer Gerechtigkeit und als Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung in den Mittelpunkt gestellt. Sie betrifft daher alle Fragen der CSD. Die InteressenvertreterInnen der Frauen fordern insbesondere die umfassende Partizipation und Emanzipation von Frauen.
Betont wird die Rolle von Frauen in der Erziehung, welche mit der besonderen Verantwortung einhergeht, junge Generationen zu verantwortungsvollen Konsumenten auszubilden. Als größte themenübergreifende Herausforderungen dabei identifizieren sie den Mangel an Informationen, Wissen, Bildung, Organisationsstrukturen und Teilhabemöglichkeiten. Aus der Lebenszyklusperspektive folgt, dass alles, was der Erde entnommen wird, auch wieder soweit möglich zurückgegeben werden muss. Dieses Verständnis sei die Grundlage für nachhaltiges Verhalten. Die Ausbildung von Fertigkeiten und der Technologietransfer müssen an traditionelles Wissen und lokale Praktiken anknüpfen, um effektiv zu sein und Synergieeffekte aufzudecken. Mit Nachdruck wurde unter Verweis auf die tragende Rolle von Frauen für das öffentliche Leben die Notwendigkeit geäußert, Frauen stärker an Entscheidungsprozessen zu beteiligen.
Transport
Der öffentliche Verkehr wird als Mittel der sozialen und ökonomischen Integration und des Fortschritts verstanden. In dem Zusammenhang wird auf sein Potential für die Bildung, den Umweltschutz und die Gesundheit verwiesen.
Besonders Frauen auf dem Lande sind durch den mangelhaften öffentlichen Transport betroffen. Während sie als Arbeiterinnen auf dem Feld, dem Markt und im Haus besonders viel transportieren müssen, haben ihre Transportbedürfnisse in der Familie oft die geringste Priorität. Gleichzeitig sind sie seltener als Männer in der Lage, Auto oder Motorrad zu fahren, sodass sie von reinen Infrastrukturmaßnahmen weniger profitieren. Da Frauen insbesondere in Entwicklungsländern eher viele kurze Wege bewältigen, als den langen Weg in die Stadt zur Arbeit und zurück, haben Transportmittel, welche sie kurze Strecken unabhängig und schnell bewältigen lassen, das größte Potential für die nachhaltige Entwicklung. Insbesondere der Zugang zu Fahrrädern wird für den schnellen, klimafreundlichen Individualverkehr hervorgehoben
Chemikalien
Frauen sind durch ihre soziale Rolle überproportional von den Wirkungen gefährlicher Chemikalien betroffen: sie tragen oft eine größere Verantwortung für den Haushalt und halten sich häufiger im Haus auf. Die macht sie anfälliger für Schäden durch Haushaltschemikalien, verschmutztes Wasser die Ausdünstungen von Teppichen, Möbeln, Spielzeugen etc. Ein besonderes Problem stelle mangelndes Wissen zur Gefährlichkeit und zum Umgang mit Chemikalien dar. Hier wird die ungenügende Kennzeichnung chemischer Produkte angeprangert, die es Frauen erschwert, nachhaltige Konsumentscheidungen zu treffen. Die Frauen fordern, dass Chemikalien, bevor sie in den Verkauf gelangen, ausgiebig auf schädliche Wirkungen hinuntersucht und, falls sie verkauft werden, entsprechend gekennzeichnet werden. Besonders gefährliche Chemikalien sollen durch weniger gefährliche ersetzt werden, sobald Alternativen bekannt sind. Gerade in Entwicklungsländern werden oft gesundheitsschädliche Pestizide genutzt (wie DDT), da Alternativen zu teuer sind.
Die Internalisierung der Kosten der Verbreitung von Chemikalien in wirtschaftlichen Prozessen (wie die Vergiftung von Fischen durch Quecksilber aufgrund von Zementproduktion etc.) müsse umfassender implementiert werden.
Abfallmanagement
Im Bereich des Abfallmanagements konnten in einigen Ländern Fortschritte in den letzten 10 Jahren erzielt werden. Frauengruppen und NGO´s begleiteten diese Prozesse in vielen Entwicklungsländern mit ihren starken Aktivitäten. Doch leider müssen nach wie vor Kinder und Frauen Mülldeponien unter miserablen Bedingungen reinigen und (giftige) Abfälle sortieren. Diese Arbeit gefährdet die Gesundheit, auch die der Nutztiere, welche teilweise auf diesem Abfall gefüttert werden. Die Arbeit im Abfallmanagement ist sehr niedrig bezahlt, doch bei Veränderungen würde sich die Leistung schnell verbessern. Dies ist dringend notwendig, denn Müll zieht Insekten an, welche Krankheiten übertragen. Um diesen alltäglichen Abfall (Lebensmittel und Verpackungen) zu senken, sollte ein Bewusstseinswandel angestrebt werden, der keine Verschwendung zulässt. Bisher werden nur 5 % des verbrauchten Plastiks recycelt und der Großteil in Meeren, Flüssen oder Landstrichen „entsorgt“. Laut der UN sterben durch diese falsche Entsorgung eine Millionen Seevögel und 100 000 Seeschildkröten pro Jahr. Für Umwelt und Menschen ist besonders die Entsorgung von Elektroschrott und abgereichertem Uran gefährlich. Bis zu 50 Millionen Tonnen Elektroschrott werden in Entwicklungsländer transportiert und vergiften dort Land, Wasser und Menschen. Es ist dringend erforderlich, den Verbrauch zu senken und Recycling voranzutreiben, denn nachhaltige Produktion und Konsumtion erfordert einen soliden Umgang mit der stofflichen Umwelt.
Die Positionen zu den Themen Bergbau und dem 10-Jahres Rahmenprogramm für nachhaltige Produktion und Konsum werden noch ergänzt.
Quellen:
http://www.un.org/esa/dsd/csd/csd_csd18.shtml
http://www.un.org/esa/dsd/resources/res_pdfs/csd-18/07may/thematic-inter_linkages/Women.pdf