Juni 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

kurz vor den wohlverdienten Sommerferien möchten wir Ihnen die aktuellsten Nachrichten aus dem Bereich Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit zur Kenntnis bringen.

 

Sehr divers sind die Themen diesmal: von der Fischerei bis zum Waldbesitz, von den Klimaverhandlungen bis zur Technikentwicklung sind viele Bereiche der Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik vertreten. Dass Frauen- und Genderaspekte dabei eine wichtige Rolle spielen, zeigt sich bei allen angesprochenen Themen. Und umgekehrt zeigt die Vielfalt an Themen, dass - allen Unkenrufen, Gender sei 'out' zum Trotz - die Aktivitäten nicht nachlassen, sondern ganz im Gegenteil immer fundierter werden.

 

Wir wünschen allen LeserInnen viel Spaß beim Lesen und Vermehren der Erkenntnisse und eine schöne Sommerzeit. Der nächste Newsletter erscheint in zwei Monaten.


Ulrike Röhr und Clara Waldermann


Inhalt

Frauenaktivitäten auf der Klimakonferenz in Bonn

LIFE e.V./genanet war ebenso wie unser Partner GenderCC maßgeblich an den Genderaktivitäten während der Klimaverhandlungen in Bonn beteiligt.

 

genanet-Infostand auf dem Umweltfestival Berlin

Am 5. und 6. Juni fand auf der Straße des 17. Juni in Berlin das Umweltfestival statt. genanet war mit einem Infostand vertreten, an dem BesucherInnen Atomkraftwerke symbolisch abgeschalten und aus dem Netz werfen konnten.


Dossier zu Umweltberufen und Portrais dort beschäftigter Frauen

Das Dossier 'Berufe in der Umweltbranche' wirft einen Blick auf Berufsperspektiven und Ausbildungsmöglichkeiten in der Umweltbranche und stellt einige der Berufe und dort beschäftigten Frauen vor.


Die Rolle von Frauen in der Fischerei

Anlässlich des dritten World Ocean's Days am 8. Juni 2010 widmete sich der Newsletter von Gender & Diversity der Rolle von Frauen in der Fischerei.

 

Befragung von Waldbesitzerinnen zur Mobilisierung von Holzreserven

Das Pilotprojekt 'Gender und Mobilisierung von Holzreserven im Kleinprivatwald' befragte in qualitativen Interviews 17 Kleinwaldbesitzerinnen.

 

Ernährungskommunikation aus der Genderperspektive

Der Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung sensibilisiert mit einem Special für Genderaspekte im Alltag und in der professionellen Ernährungskommunikation.

 

Eurobarometer: Untersuchungen zu Naturwissenschaft, Technik und Biodiversität

Die Europäischen Kommission hat neue Ergebnisse zu Wissen zu und Interesse an naturwissenschaftlicher und technischer Entwicklung sowie zu Biodiversität und deren Verlust veröffentlicht.

 

Ohne Frauen fehlt der Technik was

Mit dem Aufbau eines Kompetenzpools (unter anderem) will der Deutsche Frauenrat der mangelnden Berücksichtigung von Fraueninteressen bei der Technikentwicklung begegnen.

 

Energia News Mai 2010 zu 'Gender, Energy and climate change'

Der halbjährlich erscheinende Newsletter von ENERGIA befasst sich in der Ausgabe von Mai 2010 mit den Verbindungen zwischen Gender, Energie und Klimawandel.

 

Women Deliver: Konferenz zu Gesundheit in Washington D.C.

3000 Menschen trafen sich auf der Konferenz Women Deliver um sich zu vernetzten und neue Motivation für ihre Arbeit zur Verbesserung von Frauengesundheit zu schöpfen.

 

Zum Weiterlesen

Literaturhinweise zur Fundierung des Genderwissens im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit.

 

Termine

Veranstaltungen und Aktionen

 

Impressum

 

An- und Abmeldung Newsletter


Frauenaktivitäten auf der Klimakonferenz in Bonn

Es macht sich positiv bemerkbar, dass die an den UN-Klimakonferenzen beteiligten Frauen seit Ende letzten Jahres den Status einer 'Constituency' - und damit das Recht zu Interventionen bei den Verhandlungen - haben. Fünf solcher Interventionen lieferten die beteiligten Organisationen in den Plena ab: LIFE/genanet äußerte sich zu Artikel 6 (Erziehung und Bewusstseinsbildung), GenderCC zur Finanzierung von Anpassungs- und Verminderungsmaßnahmen, WECF zu den Verminderungsstrategien, WEDO zur Emissionsminderung durch Vermeidung von Entwaldung und schließlich nochmal GenderCC in einer Dialogsitzung zu Forschung zur Notwendigkeit genderbewusster Forschung.

Das Thema Gender, Forschung und Klimawandel wurde auf einem Symposium bearbeitet, bei dem die Forschungslücken und relevanten Forschungsfragen identifiziert wurden. Die Ergebnisse wurden auf einem 'Side Event' komprimiert vorgestellt. Großes Lob erhielten die beteiligten Organisationen (LIFE/genanet und GenderCC) dafür, sich dieses wichtigen Themas angenommen zu haben. "Nachdem es uns gelungen ist, den Frauen- und Genderaspekten bei den Verhandlungen Aufmerksamkeit zu verschaffen, müssen diese Aspekte jetzt mit genderdisaggregierten Daten und entsprechender Forschung unterlegt werden", so Tracy Raczek von UNIFEM. Und weiter versprach sie: "Wir werden unseren Teil dazu beitragen."

Weitere Information (in englisch), unter anderem alle Interventionen zum Herunterladen und in Kürze auch ein Kurzbericht über das Symposium sowie daraus abgeleitete Forderungen.


genanet-Infostand auf dem Umweltfestival Berlin

Beim Umweltfestival zum Tag der Umwelt am 5. und 6. Juni 2010 in Berlin waren auch wir mit einem Stand dabei. Mit dem Motto 'Energi(sch)e Vielfalt' warben wir für Vielfalt bei der Energieversorgung, weg von der Monokultur der Atomenergie und einiger weniger Energieversorger, hin zu Erneuerbaren und dezentraler Vesorgung.

Für unsere Gäste gab es die Möglichkeit sich beim Abschalten eines Atomkraftwerks fotografieren zu lassen oder tatkräftig die Atomkraft aus dem Netz zu werfen. Fleißig gemalt wurde auch für das längste Anti-Atom-Transparent der Welt, das von ausgestrahlt zusammengfügt wird. Einige Eindrücke und Fotos vom Umweltfestival finden Sie hier.


Dossier zu Umweltberufen und Portrais dort beschäftigter Frauen

Die Themen Umwelt und Klima sind nicht nur ein elementares Handlungsfeld der Politik. Mittlerweile verbirgt sich dahinter ein boomender Wirtschaftszweig – vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien. Das Dossier 'Berufe in der Umweltbranche' wirft einen Blick auf Berufsperspektiven und Ausbildungsmöglichkeiten in der Umweltbranche und stellt einige der vielfältigen Berufe und dort beschäftigte Frauen beispielhaft vor. Es widmet sich verschiedenen Studienfächern wie Umweltingenieurswesen, Forst- oder Umweltwissenschaften und bietet Informationen über Ausbildungsberufe und Weiterbildungsmöglichkeiten für QuereinsteigerInnen - immer auch mit einem Bezug auf Frauen in den angestrebten Berufsfeldern.
Weitere Informationen


Die Rolle von Frauen in der Fischerei

Anlässlich des dritten World Ocean's Days am 8. Juni 2010 widmete sich der Newsletter von Gender & Diversity bei CGIAR (Consultative Group on International Agricultural Research) der Rolle von Frauen in der Fischerei. Organisationen, die sich diesem Themenkomplex widmen, wurden mit ihrem Tätigkeitsfeld vorgestellt und verlinkt. Das Motto des diesjährigen World Ocean's Day war 'Oceans for Life', wodurch die Wichtigkeit der Weltmeere für Klima, Biosphäre und  Wasserlebewesen, aber auch für viele Menschen betont wird. Gerade Frauen bilden einen immer größer werdenden Teil der Arbeitskräfte, die in der Fischerei tätig sind. Somit leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Lebensmittelversorgung und die Gesundheit ihrer Gesellschaften.
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Befragung von Waldbesitzerinnen zur Mobilisierung von Holzreserven

Die Forstsozialwissenschaft befasst sich seit einigen Jahren mit der Privatwaldforschung, da hier ein großes Potenzial gesehen wird, eine große Menge an Holz mobilisieren zu können. Das Pilotprojekt 'Gender und Mobilisierung von Holzreserven im Kleinprivatwald : eine Befragung von Waldbesitzerinnen' befragte in qualitativen Interviews 17 Kleinwaldbesitzerinnen in der Eifel zu Motivlagen und Nutzungsformen, um die forstliche Beratung und Betreuung im ('weiblichen') Kleinprivatwald zu verbessern.

Weitere Informationen und Download der Ergebnisse gibt es hier.


Ernährungskommunikation aus der Genderperspektive

Im neu erschienenen aid-Special zeigen neun Experteninnen und Experten verschiedener Fachgebiete, worin die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in Bezug aufs Essen begründet sind. Der Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung (aid) dokumentiert mit dieser Publikation das 12. aid-Forum und veröffentlicht dort gehaltene Vorträge und Diskussionen sowie drei kurze Filmbeiträge. Diese sensibilisieren für die Bedeutung von Genderaspekten im Alltag und geben Denkanstöße für die Praxis der professionellen Ernährungskommunikation. Der aid sieht in dieser Arbeit eine wichtige Bedeutung für mehr Geschlechtergerechtigkeit: da die Familienbeköstigung nach wie vor überwiegend in den Aufgabenbereicht von Frauen fällt, muss bereits in Kitas und Schulen eine gendersensible Betreuung statt finden, um solche stereotype Rollenverteilung aufzubrechen.

Für 9,50 EUR zzgl. einer Versandkostenpauschale von 3,00 EUR kann das aid-Special 'Männer wollen mehr, Frauen wollens besser! - Ernährungskommunikation unter Gender-Aspekten - Tagungsband zum 12. aid' bestellt werden.


Eurobarometer: Untersuchungen zu Naturwissenschaft/Technik und Biodiversität

Die Europäischen Kommission hat die Ergebnisse von Meinungsumfragen zum Wissen zu und Interesse an naturwissenschaftlicher und technischer Entwicklung sowie zu Biodiversität und deren Verlust veröffentlicht. Dabei fallen Geschlechterunterschieden vor allem beim Wissen ins Auge: europaweit fühlen sich 33% der Männer und 42% der Frauen über naturwissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklungen schlecht informiert. In Deutschland klafft die Geschlechterschere noch weiter auseinander: hier sind es fast die Hälfte der Frauen (46%), aber nur ein Viertel (25%) der Männer, die sich schlecht informiert fühlen.

Ein Ergebnis am Rande der Studie: 43% der Männer, aber nur 10% der Frauen bezeichnen sich als 'sehr interessiert' an Sport, bei Kultur kehrt sich das Verhältnis um. Das wäre vielleicht ein Fall für Gender Budgeting bei den Medien.
 

Im Eurobarometer Attitudes towards biodiversity wurden EU-BürgerInnen befragt, wie vertraut sie mit dem Begriff Biodiversität und deren Verlust sind. Auch hier zeigen sich die Wissensunterschiede: 37% der Frauen und 30% der Männer haben noch nie von Biodiversität gehört. Die Personengruppen, die sich schlecht informiert fühlen (Frauen, Befragte mit geringer Bildung und Erwerbslose), nannten folgerichtig als wichtigste Maßnahme eine bessere Informationspolitik über Biodiversität für die BürgerInnen. Befragte, die sich bereits für den Erhalt von Biodiversität stark machen, sind eher Frauen und Menschen aus ländlichen Gegenden.


Ohne Frauen fehlt der Technik was

Die Ansprüche von Frauen an technische Geräte werden in der Technikforschung und -entwicklung kaum berücksichtigt. Deshalb fordert der Deutsche Frauenrat als große Lobbyorganisation Bürgerinnen und Bürger, insbesondere aber die eigenen Mitgliedsverbände auf, Verantwortung für gesellschaftliche Entwicklungen zu übernehmen bzw. diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu beeinflussen.

In den letzten Jahren ist dabei, so der Frauenrat, der Bereich Technik/Technologieentwicklung mehr und mehr ins Blickfeld gerückt. Der Frauenrat verdeutlicht dies anhand von Beispielen aus dem Konsum- und Planungsbereich. Als konkrete Maßnahme wird der Aufbau eines Kompetenzpools von Expertinnen, die sich für die Umsetzung der Resolution engagieren wollen, vorgeschlagen.

Zum Aufruf und Expertinnenfragebogen


Energia News Mai 2010 zu 'Gender, Energy and climate change'

Die aktuellen News des Netzwerks Gender and Sustainable Energy (ENERGIA) widmen sich in mehreren Artikeln dem weiten Themenspektrum 'Gender, Energie und Klimawandel'. Unter anderem werden die Bedeutung und Aktivitäten von Frauengruppen bei den Klimaverhandlungen analysiert, der Klimawandel in Indien aus der Geschlechterperspektive bearbeitet und der Frage nachgegangen, ob die  Klimafonds den Zugang von Frauen zu nachhaltiger Energie verbessern können.
Das vollständige Heft oder auch nur einzelne Artikel lassen sich kostenlos herunterladen.


Women Deliver: Konferenz zu Gesundheit in Washington D.C.

Rund 3000 Menschen nahmen an der Konferenz 'Women Deliver' vom 7.-9. Juni in Washington D.C. teil, trafen neue Vereinbarungen und schöpften durch dieses Zusammenkommen neue Energie für weitere Aktionen zur Frauengesundheit. Zwei starke Botschaften standte Women Deliver zu Beginn der Konferenz aus: erstens würden die UN-Milleniumsziele ohne Investitionen in Frauen nicht erreicht werden können und zweitens sei noch genug Zeit, um das fünfte Milleniumsziel (die Verbesserung der Gesundheit von Müttern) zu erreichen – Vorraussetzung dafür seien zusätzliche Fördermittel von jährlich 20 Millionen US-Dollar bis 2015.
Weitere Informationen


Zum Weiterlesen

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift für feministische Politikwissenschaften 'Femina Politica' befasst sich mit Feministischen Perspektiven auf Nachhaltigkeit, unter anderem im Bereich der Agrarpolitik und der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Besonders hervorheben möchten wir hier den Beitrag von Franziska Müller, die sehr fundiert die internationale Biodiversitätspolitik aus der Geschlechterperspektive analysiert.

Zur Femina Politica


TERMINE UND AKTIONEN

Gesundheit, Bewegung und Geschlecht aus interdisziplinärer Perspektive

Am 1. und 2. Juli 2010 findet in Köln ein Symposium des Interdisziplinären Genderkompetenzzentrums in den Sportwissenschaften statt. Da wissenschaftlich differenzierte Beschreibungen und Erklärungen geschlechtsbezogener Phänomene im Feld der Sportwisseschaften oft fehlen, sind interdisziplinäre Sichtweisen notwendig. 

Weitere Informationen

 

Es stromt so grün... Ökostrom-Training für Frauen

Das Ökostrom-Training zielt darauf ab, dass mehr Frauen zu einem Ökostromversorger wechseln und - ganz nebenbei - auch Freundinnen und Bekannte dafür gewinnen. Bei einem Kurztraining erfahren die Teilnehmerinnen, worin sich die verschiedenen Anbieter von Ökostrom unterscheiden, wie das überhaupt funktioniert mit Ökostrom in dem großen Stromnetz, ob und in welcher Höhe Mehrkosten entstehen und wie sie diese wegsparen können. Praktische Hilfen und Antworten auf hoffentlich alle offenen Fragen komplettieren das Programm. 
Die nächsten Trainings finden am 7.7., 8.9. und 28.9.2010 in Berlin statt.  Anmeldung und weitere Informationen

 

Konferenz Gender, Frieden und Sicherheit

Am 9. und 10. Juli 2010 findet in München eine internationale Konferenz anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Verabschiedung der Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrats statt. Die Resolution sieht eine Erhöhung des Frauenanteils in regionalen, nationalen und internationalen Institutionen sowie die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen bei der Verhütung, Bewältigung und Beilegung von Konflikten vor. Die Tagung zielt auf eine geschlechtssensible Reflexion über (globale) Sicherheit in der Gegenwart und auf die Ziehung einer Zwischenbilanz der Umsetzung der UN-Resolutionen 1325 ab.
Die Konferenz wird von der Frauenakademie München und der Universität der Bundeswehr veranstaltet.
Weitere Informationen

Aufruf: Abpfiff für Atomkraft

Als Protestaktion gegen die von der Bundesregierung geplanten Laufzeitverlängerungen von AKW können Sie den Aufruf 'Abpfiff gegen Atomkraft' unterzeichnen und eine persönliche Nachricht per Mail an Angela Merkel schicken.

Weitere Informationen


Impressum

genanet Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit
LIFE e.V.
Dircksenstr. 47
10178 Berlin
Redaktion Ulrike Röhr
fon 030.308 798-31/35
fax 030.308 798-20
leitstelle@genanet.de
www.genanet.de


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