
Juni 2012Liebe Leserinnen und Leser,
Kurz vor Beginn der Rio+20-Konferenz berichten wir noch einmal ausführlich über die aktuellen Entwicklungen in unserem Projekt – und natürlich auch über den eigenen Tellerrand hinaus. Während die Erwartungen an die internationalen Verhandlungen zunehmend niedriger gehängt werden, haben die Aktivitäten der Frauenorganisationen in Deutschland zur „Green Economy“, oder besser zu nachhaltigem und gerechtem Wirtschaften, deutlich an Fahrt aufgenommen.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe spannender neuer Projekte, Diskussionen und Forschungsergebnisse, die wir Ihnen in diesem Rundbrief vorstellen.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Mehren der Erkenntnisse.
Ihr genanet-Team
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Inhalt G3 - Green Economy: Gender_Gerecht Aktuelles aus dem Projektverbund
5. Weltfrauenkonferenz 2012 in Katar? Für und Wider eine weitere Weltfrauenkonferenz
Gender bei den UN-Klimaverhandlungen Leiterin des UN-KLimasekretariats lädt zum Gender-Picknick
Report zu Gendergerechtigkeit und Klimapolitik in den 27 EU Mitgliedsstaaten
Frauen steigen aus der Atomenergie aus - und in die Energiewende ein Projekt des Katholischen Deutschen Frauenbundes zieht nach einem Jahr Bilanz
Von alten Bildern zu neuen Rollen? Workshop des Bundestagsauschusses zu Frauen und Technik
Elektroautos: Erstkäufer zu 95% männlich Das Interesse am Kauf von Elektroautos ist deutlich männlich geprägt
Social-Banking: Potenzielle KundenInnen mehrheitlich weiblich Studie zeigt, dass Frauen die sozial-ökologische Verantwortung besonders viel wert ist
Essverhalten von Frauen besser für die Umwelt Eine Auswertung der Daten zur Nationalen Verzehrsstudie zeigt, dass Frauen weniger umweltintensiv produzierte Lebensmittel präferieren
Gender, Internationale Geldinstitute (IFI) und Ernährungssicherheit Drei Fallstudien belegen die negativen Auswirkungen von IFI-Investitionen auf ländliche Entwicklung
Vier von sechs Goldman-Umweltpreisen an Frauen vergeben Vier Umweltaktivistinnen wurden in diesem Jahr mit dem Goldman-Pries ausgezeichnet
Neue Publikationen zu Gender & Umwelt/Nachhaltigkeit aus Wissenschaft und Praxis
Hinweise auf Veranstaltungen und Calls for Papers
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Aktuelles aus dem Projekt Green Economy Gender_Gerecht Mit einer ganzen Reihe von Aktivitäten brachten die Projektmitarbeiterinnen und die Partnerinnen das Thema der Geschlechtergerechtigkeit bei der Green Economy in die Öffentlichkeit. Diese reichten von einem Infotisch beim Umweltfestival am Brandenburger Tor in Berlin, wo uns die BesucherInnen mit ihrem großen Interesse am Thema und der Lust am Diskutieren überrascht haben, oder beim Kongress McPlanet.com. Sie gingen über ein Parlamentarisches Frühstück, zu dem der Deutsche Frauenrat Bundestagsabgeordnete einlud um ihnen die Genderaspekte der Green Economy nahezubringen und das u.a. in Statements zu Rio+20 zahlreicher Abgeordneter mündete, die auf der Webseite des Frauenrats nachzulesen sind, bis hin zu einem Workshop, den die schwedischen Grünen Frauen gemeinsam mit dem Deutschen Frauenrat bei der Mitgliederversammlung der Europäischen Frauenlobby durchführten. Nicht zu vergessen ein Podiumsgespräch beim Berliner Unternehmerinnentag, an dem wir beteiligten waren. Dies nur eine kleine Auswahl unserer vielfältigen Verbreitungsaktivitäten.
Als nächstes stehen sogenannte Umsetzungsworkshops an, mit denen wir das Thema etwas konkreter beleuchten wollen. Auf unserer Webseite finden sich Beispiele für Umsetzungsinitiativen, die wir aus der Genderperspektive beleuchtet haben und die uns beim Workshop Anregungen geben sollen.
Ein weiteres Hintergrundpapier des G3-Projektes mit dem Titel „Green Economy und Konsum: Gender_gerecht?“ wurde von Prof. Dr. Ines Weller von der Uni Bremen erstellt und beleuchtet anhand des Beispiels Lebensmittelabfälle die viel beschworene Macht der KonsumentInnen (download hier). Das nächste Hintergrundpapier zu Finanzmärkten, Green Economy und Gender ist in Arbeit und wird voraussichtlich Ende Juni erscheinen.
Weitere Publikationen Zwei Wochen vor dem Start der Rio+20-Konferenz häufen sich die Publikationen und Bewertungen, die Chats und Veranstaltungen. Wir weisen angesichts der Flut an Veröffentlichungen an dieser Stelle nur auf diejenigen hin, die sich dezidiert mit der Genderperspektive befassen.
Die Grünen Frauen Schweden haben eine Publikation "Green Feminist Economy is Gender-Equal and Sustainable" herausgeben, in der die Genderaspekte Grünen Wirtschaftens beleuchtet werden.
Die feministische Forscherin Ariel Salleh aus Australien lotet in ihrem Artikel „Rio+20 and the Green Economy: Technocrats, Meta-industrials, WSF and Occupy” die Zusammenhänge zwischen der technokratischen Elite, den so genannten meta-industriell Beschäftigten (vorrangig Frauen), dem Weltsozialforum und der Occupybewegung aus und beleuchtet deren Rolle in einer Green Economy.
Die Aktivistin Nidhi Tandon (Networked Intelligence for Development) hat eine Stellungnahme “Empowerment of Women in a Green Economy in the Context of Sustainable Development and Poverty Eradication” veröffentlicht, in der sie die zentralen Themen der Rio+20 Konferenz aus der Perspektive von Grassroot-Frauen analysiert und dabei ihren Fokus darauf legt, wo die Potenziale für ein Empowerment von Frauen in der Green Economy liegen.
Die in der letzten Ausgabe der genaNews vorgestellte Studie der Grünen im Europäischen Parlament „Genderaspekte des Green New Deal“ liegt nun auch in deutscher, spanischer und französischer Übersetzung vor (bitte ganz nach unten scrollen!).
Major Group Frauen auf dem Weg nach Rio Derweil müht sich die Internationale Frauenbewegung mit vereinten Kräften das Niveau der Frauenforderungen in den Diskussionen und Verhandlungstexten zu heben bzw. zu stärken. Allerdings ist momentan fraglich, ob es überhaupt ein Abschlussdokument geben wird. Von dem vorgeschlagenen Text sind trotz Sondersitzungen erst 20% abgestimmt, die restlichen 80% stehen noch zur Diskussion – und die Zeit rennt. Es stehen nur noch drei Verhandlungstage zur Verfügung. Wir hoffen das Beste, und unsere Gedanken sind bei den unermüdlich Aktiven, denen wir alles Gute und viel Kraft für Rio wünschen!
Informationen zu den Frauenaktivitäten finden Sie (unter anderem) auf der Webseite der Major Group Frauen. Einen Kalender der unzähligen Veranstaltungen zu Frauen/Gender in Rio haben wir auf unserer Webseite abgelegt. 5. Weltfrauenkonferenz 2015 in Katar? Die letzte Weltfrauenkonferenz fand 1995 in Peking statt. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und der Vorsitzende der UN-Vollversammlung Nassir Abdulaziz Al-Nasser haben nun vorgeschlagen, 2015 eine 5. Weltfrauenkonferenz durchzuführen, auf der die Herausforderungen diskutiert werden sollen, die die moderne Welt für Frauen bereit hält sowie die Umsetzung der Ergebnisse der Pekinger Aktionsplattform überprüft werden. Über den Vorschlag wird in der Vollversammlung abgestimmt. Als Austragungsort ist das Emirat Katar im Gespräch.
Es wird allerdings befürchtet, dass aufgrund der bereits bestehenden kontroversen Positionen innerhalb der UN-Frauenrechtskommission – die letzte Versammlung schloss ohne gemeinsames Ergebnis wegen Streits um reproduktive Rechte und der Verurteilung der Genitalverstümmelung – die Ergebnisse einer neuen Konferenz hinter die Errungenschaften der 4. Weltfrauenkonferenz und der Aktionsplattform zurückfallen könnten. Andere vertreten die Auffassung, dass eine weitere Weltfrauenkonferenz der Durchsetzung der Frauenrechte weltweit neuen Schwung verleihen könnte und vor allem junge Frauen motivieren würde, sich stärker zu engagieren. Gender Picknick bei den UN-Klimaverhandlungen Die eben abgeschlossenen Klimaverhandlungen in Bonn waren zäh, in zwei Wochen ist es gerade mal gelungen, die Verhandlungsagenda für die nach der letzten Vertragsstaatenkonferenz in Durban als ‚Durchbruch‘ gefeierte Durban Platform zu verabschieden und sich im allerletzten Moment auf die Vorsitzenden der Arbeitsgruppe zu dieser Plattform zu einigen. Dafür schreitet die Wahrnehmung der Genderperspektive bei den Verhandlungen voran. Christiana Figueres, Chefin des Klimasekretariats, lud VertreterInnen der Beobachterorganisationen zu einem „Gender-Picknick“, bei dem über die Umsetzung der in den Verhandlungstexten vorhandenen Genderreferenzen diskutiert wurde. Gender im Text ist eine Sache, die Frage, wie die dort formulierten Forderungen ‚nach unten‘ weitergereicht werden (trickle down), eine andere.
Dass Dialoge keine Einbahnstraße sind, sondern gleichzeitig diskutiert werden muss, wie die Stimmen von Frauen von der Basis in die Verhandlungen einfließen können, dafür plädierte Ulrike Röhr als Vertreterin von LIFE/genanet. Ebenso hat sie sich dafür eingesetzt, den Blick nicht nur auf die „armen Frauen im Süden“ zu richten, sondern auch die Frauen im Norden zu adressieren, die mit ihren Forderungen nach Veränderungen der Lebensstile und eines nachhaltigen Wirtschaftens selten gehört werden – aber damit einen wichtigen Beitrag zur Verminderung des Klimawandels und damit auch zur Unterstützung der Frauen im Süden leisten. Dieser Aspekt wurde von der Generalsekretärin ausdrücklich begrüßt.
Ein ‚Mapping‘ der Fortschritte bei der Integration der Genderperspektive in die Klimapolitik und Identifikation der Lücken soll der nächste Schritt sein. Diese Aktivitäten werden unterstützt von einer Genderberaterin, die seit Frühjahr 2012 durch Finnland finanziert im Klimasekretariat arbeitet und die Genderperspektive in den verschiedenen Verhandlungssträngen stärken soll.
Bei der Rio+20-Konferenz laden die LeiterInnen der drei Rio-Konventionen (Klima, Desertifikation und Biodiversität) zu einem Dialog "Mainstreaming Gender within the Three Rio Conventions: Progress to Date and the Way Forward" am 20.6.2012. Der 20. Juni ist im 'Rio-Pavillion' dem Thema Gender Mainstreaming gewidmet und weist noch weitere interessante Veranstaltungen auf. Geschlechtergerechtigkeit und Klimapolitik in der EU: Report Gemeinsam mit der belgischen Organisation Milieu Ltd. haben wir im 2. Halbjahr 2011 für das Europäische Genderinstitut (EIGE) eine Studie zu ‚Gender Equality and Climate Change‘ erstellt, die jetzt (in leicht geglätteter Form) von EIGE veröffentlicht wurde. Ziel der Studie war es, die Relevanz der Genderaspekte in der Klimapolitik in den EU-Mitgliedsstaaten aufzuzeigen, mit Forschungsdaten zu unterlegen und Indikatoren zur Beteiligung von Frauen an Entscheidungen in den für Klimapolitik so wichtigen Bereichen Energie und Transport zu entwickeln. Die Studie ist Teil der Evaluation der Umsetzung der Aktionsplattform der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking, hier vor allem des Kapitels K: Frauen und Umwelt.
Der Report (in Englisch) kann auf der Webseite von EIGE herunter geladen werden. Frauen steigen aus der Atomenergie aus - und in die Energiewende ein Eine gemischte Bilanz zieht der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) aus seiner Aktion „Frauen steigen aus!“, die der Verband im Frühjahr vergangenen Jahres gestartet hatte. Ziel der Aktion war es, innerhalb eines Jahres Frauen zu motivieren, zu einem Stromanbieter zu wechseln, der komplett auf Atomstrom verzichtet. Dazu hat der Verband auf einer eigenen Homepage umfangreiches Informations- und Aktionsmaterial zur Verfügung gestellt. Bundesweit haben Frauen das Thema Energiewende mit ExpertInnen diskutiert, sie haben sich vor Ort bei Stromanbietern informiert und sie haben den persönlichen Atomausstieg vollzogen. Auch die Bundesgeschäftsstelle in Köln bezieht nun ihren Strom von einem atomstrom-freien Anbieter. „Der Frauenbund hat damit ein Zeichen gesetzt für mehr Klimagerechtigkeit und eine lebenswerte Welt“, so KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth.
Die KDFB-Aktion zeige aber auch, dass noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden müsse. Die Mehrheit der Bevölkerung befürworte zwar den Atomausstieg. Alternative Energien seien bei vielen Bürgern auch beliebt, aber nur, wenn ihr Umfeld nicht beeinträchtigt werde. Hinzu kämen diffuse Ängste, die von den Energiekonzernen geschürt würden, zum Beispiel dass es zu Engpässen in der Stromversorgung kommen würde oder dass Strom zukünftig für viele Menschen nicht mehr bezahlbar sei, wenn deutsche Atomkraftwerke abgeschaltet würden. Daher sei weitere Aufklärung und Information notwendig. Auch der Frauenbund will beim Thema Energiewende weiter am Ball bleiben. (Gekürzte Pressemitteilung des KDFB) Frauen und Technik: Von alten Bildern zu neuen Rollen? Hartnäckig hält sich der Mythos von einer technischen und einer nichttechnischen Welt, der sich in den Unterschieden zwischen Männern und Frauen traditionellerweise manifestiert. Mit dieser Vergeschlechtlichung von Technik und Überwindungsstrategien beschäftigte sich ein öffentlicher Workshop im Bundestag, zu dem der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung und der Deutsche Frauenrat eingeladen hatten.
In ihrem Referat „Ohne Frauen fehlt der Technik was“, stellte Dr. Kira Stein, Vorstandsmitglied des Deutschen Frauenrates, die These auf, dass Frauen zwar historisch betrachtet an der Entwicklung und Anwendung unterschiedlicher Techniken und Technologien stets beteiligt gewesen seien, Technik und deren Beherrschung per se aber männlich konnotiert sei, während Frauen höchstens als kreativ gelten. Stein forderte u.a. mehr Beteiligung von Frauen bei der Entwicklung anwendungsorientierter Technologien und generell mehr Transparenz und BürgerInnenbeteiligung bei Forschung und Entwicklung von Technologien und bei der Technikfolgenabschätzung.
Bettina-Johanna Krings vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse ging in ihrem Vortrag der Frage nach: Gibt es einen weiblichen Blick auf Technik? Ja – und nein, so die Referentin. Dem weitestgehenden Ausschluss von Frauen aus wissenschaftlich-technischen Prozessen bis in die Achtzigerjahre folgte mit den neuen Frauenbewegungen eine vehemente feministische Kritik an patriarchaler Wissenschaft und Technik. Krings stellte den Umgang von Frauen mit Technik, obzwar heute immer noch stark „gegendert“, als inzwischen differenzierter dar.
Prof. Martina Schraudner, Leiterin für Gender und Diversity in Organisationen am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der Technischen Universität Berlin, sprach im Anschluss darüber, wie Frauen stärker an der Technikentwicklung beteiligt werden können. Auch wenn es deutliche geschlechts- und vor allem altersbedingte Unterschiede bei der Akzeptanz technischer Innovationen gebe, seien Frauen alles andere als technikfeindlich. Die Perspektivenvielfalt, d.h. besonders auch Genderaspekte müssten in Forschungs- und Entwicklungsprozesse integriert werden, das trüge auch zur Qualitätssteigerung bei, sagte Schraudner.
In der folgenden Diskussion mit rund sechzig Bundestagsabgeordneten und Gästen wurde zum einen mehr Kritik am technologischen Fortschritt angemahnt. Der herrschenden Technikgläubigkeit müsse die Frage gegenübergestellt werden: Welche Technik wollen und brauchen wir überhaupt? Wie müssen sich Gesellschaft und Politik in die Technikentwicklung einbringen? Ein zweiter Diskussionsstrang entwickelte sich entlang der Frage, wie Frauen mehr für technische Berufe gewonnen und dort auch gehalten werden können.
(Gekürzter Bericht des Deutschen Frauenrats. Auf deren Webseite sind auch die Audiomitschnitte der Beiträge zu finden). Erstkäufer von Elektroautos: männlich, zwischen 40 und 50, lebt mit Kindern auf dem Land Gut ausgebildete Männer zwischen 40 und 50, die ein überdurchschnittliches Einkommen beziehen, technikaffin sind und in Mehrpersonenhaushalten auf dem Land oder in der Vorstadt leben, sind voraussichtlich die ersten Autokäufer, die sich für ein Elektrofahrzeug entscheiden werden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI und des Instituts für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES), die potenzielle private Erstkäufer von Elektrofahrzeugen identifiziert hat.
Wirtschaftliche Vorteile durch die geringen Betriebskosten von Elektrofahrzeugen haben für ihre Kaufentscheidung keine große Bedeutung, für die Akzeptanz des höheren Anschaffungspreises spielen eine positive Umweltwirkung der Elektrofahrzeuge und der Fahrspaß, welcher besonders durch die bessere Beschleunigung im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen vermutet wird, eine bedeutende Rolle.
Als weitere mögliche Käufergruppen identifizierten die WissenschaftlerInnen ‚etwas ältere‘ berufstätige Männer über 50, die eine hohe Technikaffinität aufweisen. Eine mögliche weitere Gruppe sind gutsituierte Personen im Ruhestand. Für sie sind die technischen Aspekte, ihr Umweltbewusstsein, sowie der Wunsch, ein besonderes Auto zu fahren, ausschlaggebend. Zudem muss das Elektroauto ihren gehobenen, altersgerechten Komfortansprüchen genügen.
Die Gründe, warum es zu 95% Männer sind, die sich vorstellen könnten ein Elektroauto zu kaufen, oder umgekehrt, warum Frauen so gar nicht interessiert an dieser Technik sind, bleiben in der Studie offen. Vermuten lässt sich, dass hier ein Zusammenhang mit fehlendem Komfort und Praktikabilität (kleiner Kofferraum) besteht. Die Studie „Kaufpotenzial für Elektrofahrzeuge bei sogenannten ,Early Adoptern‘“ kann im Web heruntergeladen werden. (Gekürzte und ergänzte Pressemitteilung des Fraunhofer Instituts) Transparenz und Mitbestimmung ist BankkundInnen mehr wert als hohe Zinsen In Zeiten der anhaltenden Banken-Vertrauenskrise gewinnen gesellschaftliche Werte wie ökologisch und sozial verantwortliches Handeln, Transparenz und Glaubwürdigkeit neue Bedeutung. KundInnen setzen bei ihren Bankgeschäften zunehmend auf Sicherheit statt auf hohe Rendite. 63 Prozent der Bevölkerung sind bereit, auf Zinsen zu verzichten, wenn ihre Bank die angelegten Gelder nach sozial-ökologischen Kriterien investiert. Frauen ist die soziale und ökologische Verantwortung besonders viel wert: Mehr als jede fünfte Frau würde sogar auf die Hälfte der Zinsen und mehr verzichten, bei den Männern sind es nur 15 Prozent.
Mitbestimmung ist ein weiterer entscheidender Aspekt für BankkundInnen. Bereits jede/r dritte Befragte wäre bereit, auf einen oder mehr Prozentpunkte zu verzichten, wenn die Bank die Gelder in soziale und ökologische Projekte investiert. Eine Mitbestimmung bei der Auswahl dieser Projekte macht sogar für jede/n Zweite/n den Zinsverzicht attraktiv.
Erste Ergebnisse der im Mai abgeschlossenen „Social Banking Study“ haben gezeigt, dass es in Deutschland 16 Millionen Social-Banking-affine PrivatkundInnen gibt. Grundsätzlich lassen sich zwei Social-Banking-Zielgruppen unterscheiden: Die „Sozial-Ökologischen“ und die „Nachhaltigkeitsorientierten“. Die Zielgruppe der „Sozial-Ökologischen“ hat ein ausgeprägtes soziales und ökologisches Gewissen und legt Wert auf Transparenz, Nachhaltigkeit und Fairness. Sie ist mehrheitlich weiblich, urban und hat Interesse an einem konsequent sozial-ökologisch arbeitenden Kreditinstitut als Hausbank.
Die zweite Zielgruppe der „Nachhaltigkeitsorientierten“ hat ein etwas moderateres aber immer noch deutlich ausgeprägtes Bewusstsein für soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit, ist hochgebildet und verfügt über ein deutlich überdurchschnittliches Einkommen. Auch hier besteht nach Studienergebnissen eine hohe Affinität zu Social-Banking-Angeboten, die umfassend oder ergänzend in Frage kommen.
Ein Management Summary mit den zentralen Ergebnissen ist unter www.alanus.edu/bankstudie abrufbar. (Gekürzt aus idw-online.de) Ernährungsstudie: Essverhalten von Frauen besser für die Umwelt Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sind der Frage nachgegangen, wie sich Essgewohnheiten auf die Umwelt auswirken und konnten dabei deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern herausfinden. In den Untersuchungen wurden die Umwelteffekte verschiedener Ernährungsstile verglichen. Dafür werteten die Forscher Ergebnisse aus der letzten Nationalen Verzehrsstudie, für die rund 20.000 Menschen in Deutschland akribisch zu ihrem Ernährungsverhalten befragt wurden, ernährungsökologisch aus.
Frauen verzehren demnach weniger umweltintensiv produzierte Lebensmittel, zu denen vor allem tierische Produkte wie Fleisch, Butter und andere Milchprodukte gehören. Dies hat einen positiven Effekt durch geringere Emissionen von Ammoniak (durch Düngemittel) und weniger Flächenbedarf für Weideland. „Übernähmen alle Männer in Deutschland das typische Verzehrsprofil von Frauen, mit einem um die Hälfte reduzierten Verbrauch von Fleisch- und Wurstprodukten und stattdessen einem höheren Anteil an Gemüse, Obst und Getreideprodukten, würde eine Fläche von rund 15.000 Quadratkilometern im In- und Ausland frei werden. Zudem würden circa 15 Millionen Tonnen Treibhausgase und 60.000 Tonnen Ammoniak weniger emittiert", so Studienleiter Toni Meier vom Lehrstuhl für Allgemeinen Pflanzenbau/Ökologischen Landbau der Martin-Luther-Universität.
Der Treibhauseffekt ist in Deutschland zu etwa 20 Prozent von unseren Essgewohnheiten beeinflusst. "Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass je nach Anteil am Gesamteffekt der Einfluss einer Ernährungsumstellung unterschiedlich groß sein kann. Die Ernährung der Frauen kann als Vorbild dienen."
Die Ergebnisse der Studie wurden in der Zeitschrift „International Journal of Life Cycle Assessment" veröffentlicht. Weitere Informationen: http://idw-online.de/de/news470801 oder http://www.springerlink.com/content/l415530205u58376/
Weitere Artikel zu Gender und Ernährung Zu diesem Thema sind auch im neuen Heft der ‚politische ökologie‘ zwei Artikel erschienen. Angela Häußler untersucht in ihrem Beitrag „Sein Fleisch ist ihr Gemüse“ Essgewohnheiten als Ausdruck von Geschlechtsidentität, Anne C. Bellows und ihre Kolleginnen untersuchen den Zusammenhang von Geschlecht und Ernährungssouveränität im Artikel „Hunger hat ein Geschlecht“. Die Ausgabe befasst sich allgemein mit den Hintergründen der Welternährung und fordert diesbezüglich global zu denken und lokal zu „säen“. Gender Action: Fallstudien in drei Ländern zu Gender, Internationalen Geldinstituten und Ernährungsunsicherheit Das Global Gender IFI Watcher Network begann im April 2011 mit drei Fallstudien, die die Verquickungen von internationalen Finanzinstitutionen (IFI) wie der Weltbank oder dem Währungsfonds mit Ernährungsunsicherheit aus der Genderperspektive untersuchen. In Äthiopien, Haiti und Kenia wurde beispielhaft aufgezeigt, wie IFI-Investitionen in Landwirtschaft, Ernährung und ländlicher Entwicklung oft die Ernährungsunsicherheit in Entwicklungsländern erhöhen, Geschlechterunterschiede verstärken und zur Verarmung von Frauen und Mädchen beitragen. Ziel der Studien ist es, auf diese Effekte aufmerksam zu machen und zielgerichtete Änderungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Detailliertere Informationen zu den einzelnen Fallstudien gibt es hier. Vier von sechs Goldmann-Umweltpreisen 2012 an Frauen vergeben Sechs UmweltaktivistInnen, die seit Jahren gegen die Umweltzerstörung in ihrem lokalen Umfeld kämpfen und sich gegen alle Widerstände für den Erhalt von Naturschutzgebieten einsetzen, erhielten am 16. April 2012 die renommierte Auszeichnung des Goldmann Umweltpreises, davon vier Frauen. Die GewinnerInnen kommen aus Russland, Kenia, Argentinien, China, den USA und von den Philippinen und ihr aller Kampf begann auf lokaler Ebene ohne Unterstützung von politischer oder institutioneller Seite. Der Goldman Umweltpreis wurde zum 23. Mal vergeben, wobei jedeR GewinnerIn stellvertretend für ihren oder seinen Kontinent steht. Es handelt sich um den höchst dotierten Preis für individuelle Aktionen gegen Umweltverschmutzung mit einem Preisgeld von jeweils 150.000 US-Dollar. Die PreisträgerInnen erhielten die Auszeichnung während einer Zeremonie im Opernhaus von San Fransisco. ZUM WEITERLESEN Umweltgifte und Brustkrebs „Heilen ist gut,vermeiden ist besser“ – das ist der Untertitel einer Broschüre über Brustkrebs und Umwelteinflüsse.Herausgegeben wurde das 15-seitige Heft von Women in Europe for a Common Future (WECF) und dem Arbeitskreis Frauengesundheit (AKF). Gut verständlich, knapp formuliert und dennoch umfassend informieren die beiden Vereine über Risikofaktoren, Indikatoren für Chemikalienbelastungen und das politische Umfeld. Auch Verhaltenstipps fehlen nicht. Chemikalien- und Gesundheitspolitik finden gleichermaßen kritische Würdigung. Außerdem gibt es eine Liste mit Forderungen an Politik und Wirtschaft. Es ist Zeit, das Schweigen darüber zu brechen, dass Alltagschemikalien die Entstehung der bei Frauen häufigen und oft tödlichen Krankheit begünstigen. [Juliane Grüning] WECF; AKF (Hrsg.): Brustkrebs und Umwelteinflüsse. München 2012, 15 s., 2,– €, ISBN 978-3-981-3170-5-3. Bezug: WECF, Tel. +49 (0)89 / 23239380, e-Mail, Download (PDF, 1,2 MB) TERMINE Workshop Green Economy: Gender_Gerecht umsetzen! Mittwoch 27.6.12, 18:00 bis 21:00, Ort: LIFE e.V. Dircksenstraße 47, Aufgang E, 2. Stock Green Economy als Leitmotiv unserer zukünftigen Entwicklung – wollen wir das? Und reicht uns das? Gemeinsam mit aktiven Menschen, die Lust haben konkret zu werden, etwas anzustoßen und zu bewegen möchten wir in dem Workshop die Genderbrille aufsetzen und fragen: Welche Initiativen zur Umsetzung einer Green Economy gibt es bereits? Welche Auswirkungen auf Geschlechtergerechtigkeit haben diese Initiativen? Sehen wir Lücken in der Umsetzung? Wie könnten wir unsere Vorstellungen im eigenen Handeln, in einem Projekt oder auch in Forderungen an Wirtschaft, Politik, Gesellschaft umsetzen? Was gibt es für Anforderungen dafür? Wer hat Lust, was zu machen? Dabei wollen wir auch auf bereits bestehende Umsetzungsinitiativen eingehen und mit Judith Meijer über Geschlechtergerechtigkeit beim Kulturlabor "Trial and Error" diskutieren.
Call for Papers Im Februar 2013 wird in Wien die Tagung „Frauen am Land – Potenziale und Perspektiven“ an der Universität für Bodenkultur Wien stattfinden. Sie stellt die vielfältigen Lebens- und Arbeitsverhältnisse, Herausforderungen, Rollen und Leistungen von Frauen, die in ländlichen Regionen leben, in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Ähnlich der Konferenz „Frauen in der Landwirtschaft“ 2011 an der Universität Bern sollen in wissenschaftlichen Vorträgen, Praxisforen und Podiumsdiskussionen Frauen im Mittelpunkt stehen und der Austausch zwischen Forschung und Praxis angeregt werden. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Call for Papers Impressum genanet Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit Möchten Sie unseren Newsletter in Zukunft bekommen, dann melden Sie sich hier an. |
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