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FRAUENBLOCK AUF ANTI-ATOM-DEMO, 18.9.2010
Das Projekt "Frauen aktiv gegen Atomanergie" ruft Frauen und Frauenorganisationen dazu auf, sich am Frauenblock auf der Großdemonstration gegen Atomenergie am 18. September...
WOMEN OF WIND ENERGY
Auf der diesjährigen Messe HUSUM WindEnergy findet das erste internationale Treffen von weiblichen Führungskräften der Windenergiebranche auf europäischen Boden statt. Am 23....
ÖKOSTROM-TRAINING FÜR FRAUEN
Unter dem Motto "Es stromt so grün: Farbe bekennen!" bietet genanet Kurztrainings zum Wechsel des Stromanbieters an. Hier erfahren die Teilnehmerinnen alles über Ökostrom,...
Das Leben von Millionen von Menschen steht auf dem Spiel, ganze Länder drohen im Ozean zu verschwinden – aber den führenden WeltpolitikerInnen gelingt es nicht, sich auf die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und auf ein gerechtes Post-Kyoto Abkommen zu verpflichten.
Die unter dem Aspekt „Frauen und Gender“ zusammengeschlossenen Beobachterorganisationen im Klimaprozess - WECF, GenderCC, WEDO und LIFE/genanet - sind über den Mangel an Fortschritten bei der Konferenz tief bestürzt. Frauen zählen zu den am stärksten vom Klimawandel betroffen und sind gleichzeitig wichtige Akteure des Wandels. Sie mahnen, das es keine Zeit zu verlieren gilt.
Der UNFCCC Exekutivsekretär Yvo de Boer bezeichnet den Gipfel von Kopenhagen als eine „Achterbahnfahrt“. Das Ergebnis ist eine rechtlich unverbindliche „Kopenhagen-Vereinbarung“, die von einer kleinen Gruppe der reichsten und mächtigsten Länder der Welt ausgehandelt wurde. Darin wird zwar festgestellt, dass die globale Erderwärmung auf 2°C begrenzt werden sollte, von einer umfassenden Einigung über den Umgang mit dem weltweit größten Problem ist man aber weit entfernt.
Die Kopenhagen-Vereinbarung fordert zwar die Industrieländer zu verbindlichen CO2-Reduktionen auf und die Entwicklungsländer sich zu engagieren, schweigt jedoch darüber, wie dies konkret geschehen soll. Wegen der Dominanz der Supermächte haben nicht alle Länder der Vereinbarung zugestimmt. Mit den aktuellen Reduktionszielen wird die globale Erderwärmung weit über 2°C hinausgehen. WissenschaftlerInnen gehen sogar davon aus, dass die mangelnde Bereitschaft zum Handeln zu einem Temperaturanstieg von 3,5°C in diesem Jahrhundert führen wird. Selbst bei optimistischsten Annahmen zeigt das Ergebnis von Kopenhagen das Unvermeidliche: kleine Inseln werden verschwinden, die Weltwirtschaft und die Sicherheit der Staaten sind gefährdet, die Armut vor allem derjenigen Bevölkerungsgruppen, die jetzt schon leiden, wird weltweit zunehmen.
Sätze zu Frauen und Geschlechtergerechtigkeit konnten zwar in einigen Verhandlungstexten verankert werden. Sie sind jedoch bedeutungslos, wenn das Gesamtergebnis das das Leben und die Existenz der Menschen auf der ganzen Welt aufs Spiel setzt. Die bereits seit 2 Jahren eingesetzte „ad hoc Arbeitsgruppe zur langfristigen Zusammenarbeit (AWG-LCA)“ wird nun bis zur COP16 in Mexiko weiter arbeiten. „Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die Strategien zur Erhaltung und Stärkung der gendersensiblen Textpassagen Hand in Hand gehen mit der Botschaft, dass jedes Land aktiv mitarbeiten und sich seiner Verantwortung stellen muss“.
Die Frauen- und Genderorganisationen drücken weiterhin ihre große Besorgnis über die mangelnde Transparenz und den restriktiven Zugang zu der Konferenz in Kopenhagen aus. Tausenden akkreditierter VertreterInnen der Zivilgesellschaft wurde der Zugang verwehrt, was als ein Zeichen der Unfähigkeit gewertet wird, die Bekämpfung des Klimawandels in einer umfassenden, gleichberechtigten, transparenten und gerechten Weise anzugehen.
Vielen unserer PartnerInnen wurde der Zugang zum Bella Center verweigert. Sie wollten mit Präsentationen, Forschungsergebnissen, Dokumentationen und persönlichen Berichten zu einem guten Ergebnis der COP15 beitragen. Mit der Verweigerung des Zugangs für die meisten VertreterInnen der Zivilggesellschaft wurden die Möglichkeiten für neue Lösungsansätze zum Klimawandel eingeschränkt, die Stimmen der Zivilgesellschaft wurden unterdrückt und viele Millionen Euro verschwendet. Eine Evaluation dieser Missstände muss umgehend eingeleitet werden, um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden.
Gibt es denn überhaupt noch Hoffnung? Die Frauenorganisationen wollen und dürfen nicht resignieren. Den Prozess aufzugeben bedeutet Millionen von Menschen aufzugeben, deren Überleben von wirkungsvollen und rechtsverbindlichen Vereinbarungen abhängt. "Wir brauchen die individuelle Bereitschaft sich für einen Wandel und für Aktionen auf der Ebene von Haushalten, Kommunen, Regionen und Nationen einzusetzen. Wir brauchen aber vor allem eine erneute Verpflichtung von führenden WeltpolitikerInnen, die den Klimaschutz nicht nur als Belastung für das BIP betrachten." Frauen sind für den Wandel bereit, wir haben uns diesem Prozess verpflichtet und sind überzeugt, dass die Bekämpfung des Klimawandels eine einzigartige Möglichkeit zum notwendigen Wandel hin zu einer nachhaltigen, kohlenstoffarmen, transparenten und gerechten Wirtschaftsweise bietet.
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