Frauen gegen Atom

Seitentitel: Green Economy - Gender



GREEN ECONOMY GENDER_GERECHT

20 Jahre nach der legendären UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro soll an gleichem Ort wieder eine UN-Konferenz zu nachhaltiger Entwicklung stattfinden. Rio+20 der folgerichtige Titel, inhaltlich stellt sie sich allerdings etwas eingeschränkter dar: Green Economy im Zusammenhang mit nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung ist eines der Themen, institutionelle Rahmenbedingungen für nachhaltige Entwicklung (Governance) das andere.

 

Das Thema Green Economy - oder auch der Green New Deal - brannte uns schon etwas länger unter den Nägeln, weil hier einmal mehr die Zukunft fast gänzlich unter Ausschluss von Frauen diskutiert wird. Anders als bei der kürzlich von der Bundesregierung eingesetzten Enquete-Kommission zu Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität - in die zunächst ausschließlich männliche Experten berufen wurden und erst nach massiven Protesten eine weibliche Expertin nachnominiert wurde - gibt es dazu bisher keinen Aufschrei und keine Forderungen, die Frauen- und Genderperspektiven einzubeziehen. Wir fanden das verwunderlich und befanden, dass das Thema den Frauenorganisationen näher gebracht werden müsse.

 

So wurde das Projekt „Green Economy Gender_Gerecht“ geboren, das, unterstützt vom BMU/UBA, am 1.4.2011 seine Arbeit aufnahm. Mit dabei sind als Kooperationspartner der Deutsche Frauenrat, der Frauenpolitische Rat Land Brandenburg, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands und der Verband Deutscher Unternehmerinnen. Das Projekt soll dazu beitragen, die Konzepte und Diskussionen über eine Green Economy geschlechtergerecht zu gestalten, und deren lebensweltlichen Bezug herzustellen;es soll Frauen(verbände) dazu motivieren, sich aktiv an dem Meinungsbildungs- und Transformationsprozess zu beteiligen und zu diskutieren, was Frauen zu nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion beitragen können und auch umgekehrt, wie sie von dem Transformationsprozess profitieren können. Zum Abschluss des Projektes (Juni 2012) wünschen wir uns, dass konkrete Umsetzungsinitiativen angeregt werden, die als Leuchtturmprojekte wirken.

 

Gemeinsam mit diesen Partnerinnen und weiteren Expertinnen aus dem Bereich Konsum und feministische Ökonomie sollen Informationen erstellt und Eckpunkte diskutiert werden, wie eine „Grüne Ökonomie“ aus der Genderperspektive aussehen sollte. Dabei kann und darf es nicht nur um eine umwelt- und ressourcenschonendere Produktion gehen, sondern um ein grundlegend anderes Verständnis zukünftigen Wirtschaftens, um den lebensweltlichen Bezug der Wirtschaft, der selbstverständlich den Bereich der Care-Ökonomie gleichwertig zur industriellen Produktion setzt. Ein Konzept, das sich vom Wachstumszwang abwendet, und Wohlstand neu definiert. Wir freuen uns auf viele anregende Diskussionen und rufen Sie jetzt schon dazu auf, sich daran zu beteiligen.


AKTUELLES


BROSCHÜRE ZU GENDER_GERECHTER GREEN ECONOMY ERSCHIENEN


"Nicht einfach grüner, sondern anders. Auf dem Weg in eine ressourcenschonende und gerechte Gesellschaft" lautet der Titel der Broschüre, mit dem das Projekt Green Economy Gender_Gerecht nicht nur seine Ergebnisse zusammenfasst und vorstellt, sondern auch anhand von Beispielen zeigt, wie die Umsetzung geschlechter_gerechten und nachhaltigen Wirtschaftens aussehen könnte.

 

Einen Blick in das Inhaltsverzeichnis können Sie hier werfen. Die gesamte Broschüre können Sie sich hier ansehen (und runterladen). 

 

Die gedruckte Version der 40-seitigen Broschüre ist kostenlos (kleine Spenden fürs Porto sind aber hoch willkommen) und kann per email oder telefonisch unter 030.308798-35 bestellt werden.


FACHGESPRÄCH: GENDERSTRATEGIEN NACH RIO+20

 

Nach Abschluss der Rio+20-Konferenz, der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung, stellten wir uns die Frage, was die (schwachen) Ergebnisse und Diskussionen vor Ort für die Arbeit von Frauenorganisationen und GenderexpertInnen hier in Deutschland bedeuten?

Dazu berichtete Sascha Gabizon (Koordinatorin der Major Group Women beim Rio-Prozess) von den Erfahrungen vor Ort und Christa Wichterich (WIDE, Journalistin und freie Gutachterin) analysierte die Ergebnisse und gab Anregungen für die mögliche Weiterarbeit. Vertreterinnen des Deutschen Frauenrats und der AG Frauen im Forum Umwelt & Entwicklung formulierten ihre möglichen Schritte zur Weiterarbeit. Diskutiert wurde über die erforderlichen Schritte auf dem Weg in die "Zukunft die WIR wollen", sowohl auf der strukurellen wie auf der inhaltlichen Ebene.

 

Die Präsentation von Christa Wichterich können Sie hier herunterladen, einen ersten Bericht über das Fachgespräch und seine Ergebnisse hat Ulrike Helwerth für die Webseite des Deutschen Frauenrats erstellt. Einen längeren Bericht können Sie hier herunterladen.


GENDERGERECHTIGKEIT UND NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Die Heinrich Böll Stiftung Nordamerika hat zur Verbindung von Gender und Nachhaltiger Entwicklung elf kurze Texte veröffentlicht, die Schlüsselthemen aufgegreifen und deren Geschlechterdimension umreißen, wie beispielsweise den Zugang zu Ressourcen wie Energie, Land oder Wasser, Klimawandel, Finanzen, Care & Green Economy (Kurzfassung unseres G3-Hintergrundpapiers) oder Feminismus und Rio+20. Die 3-seitigen Texte sind auch als PDF-Versionen herunterladbar.

Zum Web Dossier kommen sie hier (runterscrollen zu Gender and Sustainable Development)


G3 AUF DEM UMWELTFESTIVAL 2012

Am 3.6.2012 fand zum 17. Mal das Berliner Umweltfestival der Grünen Liga e.V. statt. Das Projekt "Green Economy gender_gerecht" war mit einem Stand vertreten. Trotz des Regens fanden sich viele Menschen zum diskutieren an unserem Stand ein und beteiligten sich rege an unserer Umfrage - vielen Dank dafür! Die Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier


GREEN ECONOMY IST MEHR ALS DAS BEGRÜNEN DER GÜTERPRODUKTION

Der Deutsche Frauenrat lud die ParlamentarierInnen des Deutschen Bundestages am 10.5.12 zu einem Parlamentarischen Frühstück zum Thema Grüne Ökonomie und Geschlechtergerechtigkeit. Rund 40 Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen folgten der Einladung und diskutierten die gemeinsam vom Deutsche Frauenrat, genanet, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland, dem Brandenburger Frauenratschlag und dem Deutschen Unternehmerinnenverband erarbeiteten Positionen zum Thema nachhaltiges und soziales Wirtschaften.

Die Kernpunkte und die Diskussionsbeiträge der Abgeordneten können Sie hier nachlesen.