NEWSLETTER

Februar 2015

Liebe Leserinnen und Leser,

nach einer kleinen Pause haben wir nun wieder aktuelle Informationen in unseren genaNews für Sie zusammengestellt. Die Pause war bedingt durch personelle Veränderungen, Projektabschlüsse und vor allem durch den sehr arbeitsaufwändigen Relaunch unserer Webseite (siehe unten).

 

Wir finden, es hat sich gelohnt.

 

Viel Spaß beim Mehren der Erkenntnisse wünscht

 

das genanet Team

 

Ulrike Röhr, Nanna Birk, Lisa Göldner

Inhalt

Neues Design, neue Struktur, altbewährte Inhalte und Themen
Relaunch der genanet-Webseite

FrauenUNTERNEHMEN Green Economy
Wie geht es weiter?

Unterstützung von (grünen) Gründerinnen
grow - Frauen gründen (in) Ost und West und Mentoring für türkischstämmige grüne Gründerinnen

Care, Gender Green Economy

Strategien und Empfehlungen für eine integrative Betrachtung und Praxis veröffentlicht

 

TTIP - Transatlantisches Freihandelsabkommen

Die unsichtbare Genderproblematik

Internationale Klimaverhandlungen
Kein ‚Wunder von Lima‘

Kongress Frauen in der Energiewirtschaft
Ministerin Hinrichs und Claudia Kempfert referieren beim ersten bundeswiten Kongress

Grünstrom-Patriarchat
Warum ist die Energiewende eigentlich so männlich?

Geschlechterverhältnisse und Nachhaltigkeit

Institutionalisierte Gleichstellungsarbeit und Gender Mainstreaming im Umweltbundesamt

 

20 Jahre nach Peking

Endlich Worte in Taten umsetzen

 

Engendering Cities. Designing sustainable urban environments for all
genderSTE-Netzwerk organisiert internationale Konferenz in Rom

Gender@Sustainability

Feministische Blicke auf den Umgang mit Krisen in Ökologie und Care Ökonomie

 

Eine feministische Sicht auf die Degrowth Konferenz

Reflexionen über Diskurse und Strategien

 

Zum Weiterlesen

Neue Publikationen

 

Call for Papers

 

Veranstaltungen

 

Impressum

 

An- und Abmeldung Newsletter

Neues Design, neue Struktur, altbewährte Inhalte und Themen

Es ist so weit: Unser Webauftritt wurde grundlegend überarbeitet. Die genanet Seite hat ein neues, übersichtlicheres Design bekommen, das der Komplexität des Themenbereichs Gender und Nachhaltigkeit gerecht wird.

 

Unter anderem haben wir die Themenseiten auf den aktuellsten Stand gebracht. Wir haben uns bemüht, die Informationen auf möglichst wenige Unterseiten zu verteilen. So haben jetzt (fast) alle Seiten eine kurze Einführung, darunter findet sich ein Kasten mit verschiedenen Tabulatoren. Auf der Themenseite Energie sind das z.B. die Tabulatoren „Genderdimensionen“, „Aktuelles“, „Netzwerke und Publikationen“ und „Archiv“. Sie bleiben so immer auf einer Seite, nur der Inhalt des Kastens ändert sich. Wir hoffen sehr, dass das dabei hilft, sich in den Vielzahl an Informationen, die wir auf unsere Webseite verbreiten, zurechtzufinden.

 

Machen Sie sich gleich selbst ein Bild: www.genanet.de. Und sehen uns bitte nach, wenn an der einen oder anderen Stelle (vor allem, aber nicht nur bei den englischen Seiten) noch etwas fehlt oder in Ihrem Browser oder Email-Programm nicht richtig dargestellt wird. Wir arbeiten dran und freuen uns über positive wie kritische Rückmeldungen!

 

Um die Webseite wirklich aktuell zu halten, sind wir auf die Mitwirkung aller, die zu diesen Themen arbeiten, angewiesen. Wenn Sie an einem Forschungs- oder Praxisprojekt beteiligt sind, wenn Sie einen Artikel oder ein Buch publiziert haben oder gelesen haben, wenn Sie eine Veranstaltung organisieren oder einen Hinweis darauf erhalten haben, freuen wir uns sehr über eine kurze Nachricht dazu. Die Webseite wie auch dieser Newsletter können nur so informativ und so umfassend sein, wie die Summe der Hinweise, die uns geschickt wurden.

FrauenUNTERNEHMEN Green Economy

© genanet

Die letzten Wochen vor Projektende waren geprägt durch die Verbreitung der Ergebnisse. Highlights waren dabei die Keynote der Projektleiterin Ulrike Röhr beim Auftakt der Gründerinnentage Baden-Württemberg in Stuttgart und das Zukunftsfeld nachhaltig Gründen bei der Konferenz anlässlich des 10 jährigen Bestehens der bundesgründerinnenagentur (bga), wo einmal mehr unser Videofilm mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Eines der Resultate: er wird jetzt in immer häufiger von Gründungsberatungen eingesetzt und auch in der Lehre an Universitäten.

 

Die Finanzierung des Projektes FrauenUNTERNEHMEN Green Economy läuft leider Mitte Februar aus, eine Weiterfinanzierung ist unsicher. Das heißt aber nicht, dass wir das so wichtige und so gut aufgenommene Thema fallen lassen. Unsere Kooperationspartnerin WeiberWirtschaft eG ebenso wie die Berliner Gründerinnenberatung werden weiterhin zur Verbreitung der Ergebnisse beitragen und, da sind wir sicher, die Erfahrungen ausbauen. So wird beispielsweise von der Gründerinnenzentrale Ende Februar erstmals beim Businessplan-Wettbewerb unter dem Titel ‚Frauen gründen anders‘ ein Seminar zu grünem Gründen angeboten.

 

Eine Finanzierung für den von vielen Frauenunternehmen an uns herangetragenen Wunsch, sie auf dem Weg zu mehr Sichtbarkeit ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten zu unterstützen, konnten wir bisher nicht sichern. Wir hoffen aber sehr, dass sich dafür noch Chancen dafür ergeben.

 

Die Ergebnisse des Projektes können Sie hier ansehen.

Unterstützung von (grünen) Gründerinnen

grow – Frauen gründen (in) Ost und West

 

Ein Projekt, das sich möglicherweise für zukünftige Kooperationen anbietet, befasst sich mit Gründerinnen in Ost und West. Bei der Zukunftskonferenz des Projektes am 8. und 9. November 2014 an der FU Berlin wurde ein Blick auf ein Vierteljahrhundert weiblichen Unternehmertums in Ost- und Westdeutschland geworfen, Einblick in Erfolgsstrategien des weiblichen Unternehmertums geliefert und ein erster Ausblick in die Zukunft der neuen Gründerinnengeneration Y gewagt. Im Frühjahr 2015 sind in enger Zusammenarbeit mit der bundesweiten gründerinnenagentur (bga) sechs regionale Workshops zur Vertiefung der ersten Arbeitsergebnisse geplant.

 

Durchgeführt wird das Verbundprojekt von der FU Berlin und der Universität Siegen sowie dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn.

 

Information zu grow unter http://www.fu-berlin.de/sites/grow/

 

Identifizierung grüner Geschäftsideen für die Existenzgründung türkischsprachiger Frauen und deren Unterstützungsmöglichkeiten

 

Gemeinsam unterstützen der BUND Berlin und Yeşil Çember („Grüner Kreis“) türkischstämmige Frauen dabei, eigene „grüne Geschäftsideen“ zu entwickeln und umzusetzen. Gefördert durch das Umweltbundesamt wird in einem ersten Schritt eine Machbarkeitsstudie zur Förderung von möglichen Green Entrepreneurs erstellt. In einem ersten Workshop präsentierten jetzt ausgewählte türkische Gründerinnen ihre Geschäftsideen, die im Anschluss in einer Expert_innenrunde bewertet wurden. Mentor_innen begleiten die nächsten Schritte.

Die Abschlusskonferenz des Projektes ist für den 25. März 2015 geplant.

Care, Gender Green Economy. Strategien und Empfehlungen für eine integrative Betrachtung und Praxis veröffentlicht

© genanet

Nach vierzehn erkenntnis- und arbeitsreichen Monaten ist das CaGE Verbundvorhaben Ende 2014 abgeschlossen worden. Das von uns in Zusammenarbeit mit der Leuphana Universität Lüneburg im Verbund mit der FU Berlin durchgeführte Projekt hat eine Vielzahl von Aktivitäten durchgeführt. Ziel war es, das Innovationspotenzial der Gender- und der Care-Forschung voranzutreiben. Nach der erfolgreichen Abschlusskonferenz im Oktober 2014 – eine Nachlese dazu finden Sie hier auf unserer Kommunikationsplattform – hat das CaGE Projektteam im Dezember die Abschlussbroschüre (CaGE-Texte 3) veröffentlicht, die Empfehlung zu einer integrativen Betrachtung und Praxis der Themen Care, Gender und Green Economy liefert. Es werden Empfehlungen für die Bereiche innovative Wissenschaftspolitik, wissenschaftliche Einrichtungen und unternehmerische Praxis gegeben. Der inspirierende Vortrag von Prof. Adelheid Biesecker über die Notwendigkeit der Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vorsorge und Gender, den sie auf unserer Abschlusskonferenz gehalten hat, sowie ein Beitrag über den Datenbedarf für eine systematische Wissensproduktion von Meike Spitzner vom Wuppertal Institut bereichern die Broschüre.

 

Ferner hat das Projektteam zwei weitere CaGE-Texte veröffentlicht: im CaGE-Text Nr. 1 werden die Schnittstellen von Care, Gender und Green Economy erörtert, CaGE-Text Nr. 2 untersucht die Rolle von wissenschaftlichen Einrichtungen. Beide Papiere können von der CaGE-Plattform heruntergeladen werden. Wir freuen uns sehr, dass die CaGE-Text Nr. 1 und 2, ergänzt um einige Empfehlungen aus der Abschlussbroschüre, demnächst auch auf Englisch erhältlich sind, um die Debatte auch international voran zu treiben und mögliche europäische Forschungsverbünde zu unterstützen.

 

Die Abschlussbroschüre kann bei genanet bestellt werden, schreiben Sie uns einfach eine E-Mail mit einer Versandadresse, es gibt sie auch zum Download.

TTIP: die unsichtbare Genderproblematik

Was hat das vermeintlich größte Freihandelsabkommen der Welt mit Geschlechtergerechtigkeit zu tun? Ziemlich viel, denn die negativen Auswirkungen der Handelsliberalisierung bekommen vor allem Frauen zu spüren, sagt Prof. Brigitte Young. Europaweit regt sich Widerstand gegen TTIP. Kritisiert werden vor allem die geheimen Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, das vorgesehene Investor-Staat-Streitschlichtungsverfahren und die Auswirkungen, die das Abkommen auf soziale, verbraucher- und umweltpolitische Standards und Errungenschaften haben könnte. Auch aus Genderperspektive ist TTIP zu kritisieren. Die Zahl der Gewinner_innen von Handelsliberalisierungen durch bilaterale und regionale Handelsabkommen ist begrenzt – es gibt vor allem viele Verlierer_innen. Mit TTIP soll der Marktzugang für den Handel von Dienstleistungen und die Liberalisierung von öffentlichen Dienstleistungen vorangetrieben werden. Aber gerade der Dienstleistungssektor wird nach wie vor von Frauen dominiert und eine weitere Marktöffnung könnte zu erheblichen negativen beschäftigungspolitischen Auswirkungen, der Absenkung von Standards und einem erhöhten Lohndruck führen. Brigitte Young befürchtet, dass die Rahmenbedingungen für die staatliche Gemeinwohlorientierung den globalen Wettbewerbsregeln unterworfen und die öffentlichen Dienstleistungen entweder kommerzialisiert oder wieder in den häuslichen (nicht-monetarisierten) Bereich reprivatisiert werden – mit gravierenden Konsequenzen besonders für Frauen.

Der ganze Artikel von Brigitte Young.

 

Die Kritik an TTIP aus der Umwelt- und Verbraucherschutzperspektive ist hier zusammengefasst.

 

Wir fordern Sie dazu auf, sich mit Ihrer Unterschrift der Europäischen Kampagne gegen ttip anzuschließen und begrüßen sehr, dass sich der Vorstand des Deutschen Frauenrats mit TTIP beschäftigt und sich um eine Stellungnahme bemüht.

Internationale Klimaverhandlungen: Kein ‚Wunder von Lima‘

© womengenderclimate.org

Vom 1. bis 12. Dezember fand im peruanischen Lima die 20. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC), die COP20, statt. Zahlreiche Frauen- und Genderorganisationen – organisiert in der Women & Gender Constituency – drängten auch bei dieser Klimakonferenz auf die Berücksichtigung von Genderaspekten bei den Verhandlungen und ihren Ergebnissen. Auch wenn bei der COP 20 das Lima Work Programme on Gender verabschiedet wurde, mit dem die Umsetzung gender-sensibler Klimapolitik in allen Verhandlungsbereichen gestärkt und vorangetrieben werden soll, so sah auch diese wichtige Initiative sich mit der Herausforderung konfrontiert, dass der Begriff Gender Equality dem Feilschen der Regierungen zum Opfer fiel. Übrig blieb, wie schon bei der Klimakonferenz in Doha, die Gender Balance. Aber selbst mit einem besseren Ergebnis zu Gender Equality bliebe die seit der gescheiterten Klimakonferenz in Kopenhagen jährlich wiederholte Aussage bestehen: Die besten Vereinbarungen zu Gender nützen nichts, wenn die Verhandlungen zum Klimaschutz und zur Finanzierung der Anpassung an den Klimawandel scheitern.

 

Die Pressemitteilung der Women & Gender Constituency, ebenso wie die Interventionen bei den Verhandlungen, können hier nachgelesen bzw. angesehen werden (in Englisch).

 

Weitere Berichte und Kommentare zur Klimakonferenz in Lima finden Sie auf den Seiten von GenderCC – Women for Climate Justice sowie auf der Seite der UNFCCC Women & Gender Constituency (die Gruppe der Frauen- und Genderorganisationen bei den UN Klimaverhandlungen).

 

Vom 8. bis 13. Februar wurde bei der Arbeitsgruppensitzung zur Durban Platform for Enhanced Action (ADP, die Arbeitsgruppe bereitet das neue Klima-Abkommen vor) ein neuer Entwurf für das in Paris zu verabschiedende Abkommen diskutiert. 'Gender-sensitiv' ist darin ein häufig auftauchender Begriff - leider allzu häufig in Klammern (also noch nicht abgestimmt) oder als eine von mehreren verschiedenen Optionen. Im Juni in Bonn geht die Diskussion weiter.

 

Weitere Informationen zu den Genderaspekten der internationalen Klimapolitik auf unserer neuen Seite zu Internationaler Klimapolitik

Kongress Frauen in der Energiewirtschaft

Beim Jahreskongress "Frauen in der Energiewirtschaft" am 4. und 5.11.2014 diskutierten wir die Gender- und Gerechtigkeitsdimensionen der Energiewende mit hochrangigen Vertreterinnen von Stadtwerken und Energieversorgungsunternehmen. Hauptthemen waren allerdings neben der aktuellen Energiepolitik, die von Bundesumweltministerin Hendricks dargelegt wurde, oder den wirtschaftlichen Chancen der Energiewende (Prof. Claudia Kempfert) Fragen der Frauenförderung und familienbewussten Personalpolitik. Was beim Frauenanteil in der Energiewirtschaft alles so im Argen liegt zeigen die aktuellen Zahlen von PricewaterhouseCoopers (PwC): Der Frauenanteil in der Energiewirtschaft liegt in der gesamten Unternehmensführung bei 10,1 Prozent. Betrachtet man nur Unternehmen, die auch oder ausschließlich in der Branche der Erneuerbaren Energien tätig sind, sinkt der weibliche Führungsanteil sogar auf 8,3 Prozent. Auf Vorstandseben muss ‚man‘ hier wirklich nach ihnen suchen, aber zwei Frauen wurden dort gefunden. Hier nachzulesen.

 

Siehe dazu auch einen weiteren Artikel über Frauen in der Energiewirtschaft.

 

Die anwesenden Frauen (und einige wenige Männer) jedenfalls waren von der Veranstaltung begeistert und meldeten gleich den Bedarf nach einer Fortsetzung an.

Grünstrom-Patriarchat: Warum ist die Energiewende eigentlich so männlich?

Warum ist die Energiewende eigentlich so männlich? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Artikel der "Wirtschaftswoche Green", der grünen Seite des Wirtschaftsjournals. Humorvoll beschreibt die Autorin Anna Gauto, wie eine ganze Branche, „die immer vom ‚alten‘ System der Energieerzeugung spricht, das sie überwinden will, in ihrem Geschlechterverständnis offensichtlich in den Zeiten der Dampfmaschine hängen geblieben ist“ - obwohl das Powerspiel eigentlich ein Trauerspiel ist. Sehr zu empfehlen.

 

Den Artikel finden Sie hier.

Institutionalisierte Gleichstellungsarbeit und Gender Mainstreaming im Umweltbundesamt

© fanny18_photocase.de

Geschlechterverhältnisse und Nachhaltigkeit – so hieß ein Projekt, das von 2001 bis 2004 im Umweltbundesamt durchgeführt wurde und der internen Umsetzung des Gender Mainstreaming dienen sollte. 10 Jahre später wirft Arn Sauer, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gleichstellungsabteilung des UBA und Genderexperte, einen Blick zurück und fragt, was erreicht wurde bzw. was noch zu tun ist.

 

„Insbesondere der Ansatz des GM hat gut zehn Jahre nach seiner Einführung im Rahmen des Nachhaltigkeitsverständnisses des Umweltbundesamtes gerade erst begonnen, sein innovatives Potenzial zu entfalten“, so das hier sehr kurz gefasste Ergebnis. Dass wir noch nicht weiter sind, hat sicher auch (aber nicht nur) mit den Diskontinuitäten in der Unterstützungsstruktur zu tun.

 

Trotzdem, wir gratulieren dem UBA, dass trotz aller Auf‘s und Ab‘s doch etwas geschaffen wurde, was anderen (Umwelt)Behörden als Vorbild dienen kann.

 

Arn Sauer: Gender und Nachhaltigkeit – institutionalisierte Gleichstellungsarbeit und Gender Mainstreaming im Umweltbundesamt. In: GENDER Heft 1 | 2014, S. 26–43/14

20 Jahre nach Peking – endlich Worte in Taten umsetzen!

Die European Women’s Lobby, die größte Dachorganisation von Frauenorganisationen in Europa, hat 20 Jahre nach Inkrafttreten der Aktionsplattform der 4. Weltfrauenkonferenz untersucht, wie es um die Umsetzung der Ziele in Europa steht.

 

Wir freuen uns, dass der Bericht „1995-2015: From Words to Action“ die Bedeutung des Kapitels K „Frauen und Umwelt“ für Europa sehr umfassend und deutlich darstellt. Er enthält aktuelle Zahlen und Fakten und umreißt die größten Herausforderungen des Themenkomplexes Frauen/Gender und Umwelt.

 

Laden Sie die Publikation hier herunter.

 

Auch die Zeitschrift des Deutschen Frauenrats, der FrauenRat, befasst sich in seiner aktuellen Ausgabe mit der Umsetzung der Aktionsplattform von Peking. Hier fokussiert der Beitrag zur Umsetzung des Kapitel K auf den Themenkomplex Klima, verfasst wurde er von der genanet-Leiterin Ulrike Röhr.

 

Zum Inhaltsverzeichnis und einigen Beitragen

Engendering Cities. Designing sustainable urban environments for all

© www.goalber.eu

Bereits Ende September fand in Rom eine Internationale Konferenz des genderSTE (Science Technolgy Environment) Netzwerks statt. Sie befasste sich mit Nachhaltigkeit in Städten und dabei u.a. mit den Themen Klimawandel, Energie oder „Smart cities“. Auf dem Hauptpanel zu Klimawandel verdeutlichte Annika Kronsell von der Lund Universität in Schweden, dass Feminismus für Klimaschutz und geschlechtergerechte Städte unabdingbar ist, Gotelind Alber von GenderCC stellte die Ergebnisse ihrer Studie für die giz zu Gender und kommunalem Klimaschutz vor und Ulrike Röhr von genanet verlinkte ihre Arbeiten zu Care, Gender und Green Economy mit der kommunalen Klimapolitik.

 

Besonders gespannt waren wir auf den Beitrag von Martin Hultman, Umea Universität Schweden, der über Maskulinität und Umweltpolitik sprach und deutlich machte, wie hoch hier noch der Forschungsbedarf ist. Die Diskussion setzte sich am Folgetag in 15 Arbeitsgruppen fort, in denen Forscher_innen die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentierten und diskutierten.

 

Insgesamt eine spannende Veranstaltung. Ein Buch mit den Hauptvorträgen ist in Arbeit.

 

Informationen zum Programm und Sprecher_innen

Gender @ Sustainability. Feministische Blicke auf den Umgang mit Krisen in Ökologie und Care Ökonomie

Bei der Konferenz Gender@Sustainability am 31.Oktober 2014 in Bern warfen Expert_innen feministische Blicke auf den Umgang mit Krisen der Ökologie und der Care Ökonomie. Sie diskutierten u.a. die Fragen, ob Nachhaltigkeit eine „Domain“ für Geschlechtergerechtigkeit ist oder inwiefern feministische Positionen zu Arbeit und Lebensstandard, zu sozialer Sicherung und Gerechtigkeit in den Prozessen von Entwicklung und Nachhaltigkeit Definitionsmacht entfalten können.

 

Besonders hinweisen möchten wir auf den Beitrag unserer CaGE-Kollegin Daniela Gottschlich, die in ihrer Keynote die ‚Geschlechtergerechtigkeit im Nachhaltigkeitsdiskurs‘ bilanziert und daraus Schlüsse für die Weiterarbeit zieht.

 

Die Konferenzdokumentation der von WIDE Switzerland durchgeführten Konferenz liegt jetzt vor.

Eine feministische Sicht auf die Degrowth Konferenz im September 2014 in Leipzig

Im September 2014 trafen sich 3000 Menschen in Leipzig bei der Degrowth-Konferenz, um in mehr als 450 Workshops Perspektiven einer Wirtschaft ohne Wachstumsdruck zu diskutieren. Christa Wichterich reflektiert in ihrem Artikel „Searching for socio-ecological and socio-economic transformation: A feminist perspective on the 4th Degrowth Conference in Leipzig”, der auf der Webseite von WIDE veröffentlicht wurde, die Konferenz aus feministischer Sicht.

 

Ihrer Ansicht nach waren die Tage in Leipzig - im Gegensatz zu den vorangegangenen Degrowth Konferenzen - geprägt von einer guten Mischung aus Aktivist_innen und Wissenschaftler_innen sowie von praktischen, konzeptionellen und theoretischen Ansätzen. Auch die feministischen Perspektiven zu Degrowth, die in wissenschaftlichen Diskursen oft marginalisiert werden, waren dort prominent vertreten.

 

Den vollständigen Artikel (in Englisch) von Christa Wichterich finden Sie hier.

Zum Weiterlesen

Nachhaltigkeit anders denken: Veränderungspotenziale durch Geschlechterperspektiven

 

In dem Sammelband, herausgegeben von ‚Wissenschafter_innen der Leuphana Universität, wird die Perspektive der Geschlechterverhältnisse in der Nachhaltigkeitsforschung und deren Einfluss auf Theorie und Praxis der Nachhaltigen Entwicklung reflektiert. Der Umgang mit globalen Umweltproblemen und -veränderungen im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Gerechtigkeitsfragen bedarf neuer Problemzugänge und –bearbeitungen. Die genderorientierte Nachhaltigkeitsforschung positioniert sich als herrschaftskritische Ungleichheitsforschung und trägt zur gesellschaftlichen Entwicklung zu mehr Gleichberechtigung, Empowerment und Emanzipation bei.

 

Katz, Christine; Heilmann, Sebastian; Thiem, Anja; Moths, Katharina; Koch, Lea.M.; Hofmeister, Sabine (Hrsg.) (2015): Nachhaltigkeit anders denken: Veränderungspotenziale durch Geschlechterperspektiven, Springer VS research

 

Die Natur der Neuzeit. Eine feministische Einführung

 

Was hat der Feminismus zu den zahlreichen aktuellen ökologischen Krisenlagen beizutragen? Barbara Holland-Cunz erläutert, welches Wissen ein naturtheoretisch und -politisch engagierter Feminismus schon einmal hatte und welche Fragen heute neu gestellt werden müssen. Nach zwanzigjähriger Abstinenz kehren Natur und Materialität in den Feminismus zurück. Die Autorin stellt Untersuchungen unterschiedlicher Theoretikerinnen zu den neuzeitlichen Welt-, Wissens-, Macht-, Natur- und Geschlechterverhältnissen vor. Diese bilden einen möglichen Ausgangspunkt für die notwendige Renaissance eines ökologisch orientierten Feminismus. (Quelle)

 

Holland-Cunz, Barbara (2014): Die Natur der Neuzeit. Eine feministische Einführung. (Politik und Geschlecht - kompakt, Bd. 1), Opladen, Farmington Hills: Barbara Budrich Verlag

 

Mahlzeitenpolitik. Zur Kulturökologie von Ernährung und Gender

 

Wir ernähren uns nicht von Rohprodukten, sondern meist von zubereiteten Mahlzeiten – und wir essen fast immer in Gemeinschaft. Trotzdem werden notwendige Arbeitsschritte sowie die sozialkommunikativen und kulturellen Dimensionen der Ernährung viel zu selten berücksichtigt. Insbesondere in der Ernährungssicherheitsdebatte werden ökologische Aspekte und Geschlechterarrangements zu wenig wahrgenommen. Parto Teherani-Krönner und Brigitte Hamburger regen zusammen mit ihren Mitautor_innen deshalb einen Paradigmenwechsel an und führen die Begriffe der Mahlzeitenpolitik und Mahlzeitenkultur ein. Ihr human- und kulturökologischer Ansatz bezieht auch Fragen zur Umwelt, der Qualität unserer Nahrung, der Arbeitsteilung, Verantwortung und Zuständigkeiten mit ein und analysiert sie aus der Geschlechterperspektive. (Quelle)

 

Teherani-Krönner, Parto; Hamburger. Brigitte (2014): Mahlzeitenpolitik Zur Kulturökologie von Ernährung und Gender, oekom Verlag

Call for Papers

41. Kongress von Frauen in Naturwissenschaft und Technik (FiNuT)

 

Vom Donnerstag, den 14. Mai bis Sonntag, den 17. Mai 2015 wird die 41. FiNuT-Tagung in der Evangelischen Landjugendakademie Altenkirchen (www.lja.de) stattfinden. Die Organisatorinnen rufen dazu auf, Programmbeiträge möglichst bald an orga@finut.net einzureichen. Gebraucht wird der Titel, eine kurze Zusammenfassung des Themas sowie die Daue. Programmbeiträge dauern im Normalfall 90 Minuten, aber auch Kurzbeiträge von 45 oder 60 Minuten sind willkommen. Aus den bis zum 07. April gemeldeten Beiträgen wird ein erstes Programm erstellt. Spätere Nachmeldungen sind möglich. Alle weiteren Informationen finden sich auf der Internetseite.

 

Gender, Ernährung und Gesundheit. Gegenwärtige Fragestellungen und historische Annäherungen

 

Das Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung veranstaltet im Juni 2015 eine Tagung zum Thema Gender, Ernährung und Gesundheit. Gegenwärtige Fragestellungen und historische Annäherungen. Im Rahmen der Tagung sollen verschiedene Themen aus dem Spannungsfeld Gender, Ernährung und Gesundheit erörtert werden. Abstracts, die das Thema, präferiert erweise aus einer sozialhistorischen Perspektive, beleuchten, können bis zum 15.März 2015 an ole.fischer@igm-bosch.de eingereicht werden. Für jeden Beitrag stehen auf der Tagung 45 Minuten zur Verfügung.

Weitere Informationen

Veranstaltungen

Die Kraft der Kritik: Wege der Marxismus-Feminismus

Internationale Konferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung vom 20. bis 22. März 2015

 

Vor mehr als 40 Jahren meldeten sich in vielen Ländern der Welt Feministinnen unter Marxisten zu Wort. Sie kritisierten den im damaligen Marxismus gebräuchlichen Arbeitsbegriff und die Werttheorie, die Stellung zu Hausarbeit, zu Familie, zum Umgang miteinander und zur umgebenden Natur, zu Wirtschaft und Kriegen, Zukunftsvorstellungen und Befreiungsverlangen.

 

Sie lösten leidenschaftliche Debatten aus – ihre Kritiken blieben nicht gänzlich ungehört. Aber ihre Arbeit, die sie unternommen hatten auf internationalem Maßstab, ist noch lange nicht beendet. Für einige Jahrzehnte wurde es stiller um den feministischen Marxismus. Der von Krise zu Krise stolpernde Neoliberalismus hatte andere Fragen in den Brennpunkt gerückt.

 

Im März 2015 werden die Fäden wieder aufgenommen. Viele der damaligen Stimmen, und viele, die sich inzwischen dazu gesellten, kommen auf einem Kongress zusammen, um das Unerledigte zu prüfen. Es werden Erfolge und Niederlagen diskutieren ebenso wie neue Entwürfe, um herauszufinden, was inzwischen erreicht wurde, wo weiter gearbeitet werden muss und welche neuen Fragen auf der Tagesordnung stehen.


Mehr Informationen zur Veranstaltung und Programm

Impressum

genanet Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit
LIFE e.V.
Rheinstr. 45
12161 Berlin
Redaktion Ulrike Röhr
fon 030.308 798-35
fax 030.308 798-25
leitstelle@genanet.de
www.genanet.de

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