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LEITFADEN FÜR UNTERNEHMERINNEN

Wir freuen uns, Ihnen unseren Leitfaden für Gründerinnen und Unternehmerinnen zum ökologisch nachhaltigen, sozialen und gerechten Wirtschaften präsentieren zu können. Sie können ihn...

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BERLINER UNTERNEHMERINNENTAGE

Unser Projekt "FrauenUNTERNEHMEN Green Economy" war mit einem Stand auf dem Berliner Unternehmerinnentag vertreten. Leider war der Tag mangels Werbung und vielleicht auch...

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FEMINISTISCHE PERSPEKTIVEN AUF GREEN ECONOMY

Wir freuen uns, dass im Nachgang zu unserem Anfang 2013 durchgeführten internationalen Workshop "Sustainable Economy and Green Growth: Who cares?" nun ein Positionspapier...

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Gender | Umwelt | Nachhaltigkeit

 

PRESSEMITTEILUNG 08.03.2014

Visionäre Unternehmerinnen: ökologisch nachhaltig und sozial gerecht wirtschaften

 

Gründen Frauen grüner? Sind Frauenunternehmen sozial gerechter? Frauenunternehmen werden oftmals als Vorreiter eines zukunftsorientierten und gerechten Wirtschaftens gehandelt. Ob diese Annahme der Realität standhält, oder ob hier der Wunsch die Mutter des Gedankens ist, dieser Frage geht genanet – Leitstelle Gender Umwelt, Nachhaltigkeit in dem Projekt FrauenUNTERNEHMEN Green Economy nach. Gemeinsam mit dem Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentrum WeiberWirtschaft eG werden Beratungskonzepte erprobt, Befragungen und Diskussionen geführt, Fallbeispiele recherchiert.

 

 

Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht ein Videofilm, der pünktlich zum Internationalen Frauentag der Öffentlichkeit präsentiert wird. Darin erklären drei Berliner Unternehmerinnen – Karin Jordan vom Modelabel Jordan, Katharina Guntermann von Fräulein Burger und Ulrike Saade von velo:concept – was nachhaltiges Wirtschaften in der Praxis bedeutet. Sie reden über ihre Motive und die Reaktionen der KundInnen, aber auch darüber, wie sie sich der Komplexität der Thematik nähern und ihre Vision einer besseren Welt umsetzen. Lassen Sie sich anstecken von ihrem Enthusiasmus!

 

„Schade ist nur“, findet die Projektleiterin Ulrike Röhr, „dass wir nicht viel mehr Unternehmerinnen zeigen konnten. Es sollte ein kurzer Beitrag werden, damit möglichst viele Menschen ihn sich ansehen. Aber es könnten durchaus weitere Portraits entstehen: visionäre Unternehmerinnen gibt es viele.

 

Ruth Olshan von atmosfilm und ihre KollegInnen haben den Videofilm produziert, der eine klare Botschaft vermittelt: es geht nicht ‚nur‘ um ein grünes Wirtschaften, sondern auch um gerechte Verteilung, und vor allem um innovative unternehmerische Gestaltung.

 

Sie finden den 12-minütigen Videofilm unter http://www.genanet.de/fuge.html

 

Der Film wurde durch die finanzielle Unterstützung des Bundesumweltministeriums und Umweltbundesamtes ermöglicht. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.genanet.de/fuge.html , zu unserem Forschungsprojekt zu Care, Gender, Green Economy unter www.cage-online.de sowie zu unseren weiteren Aktivitäten im Bereich einer geschlechtergerechten „Green Economy“ unter www.genanet.de/greeneconomy.html

 

Kontakt

Ulrike Röhr

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Tel. 030.308798-35

0179.2031511 (mobil)


PRESSEMITTEILUNG 28.02.2014

Let's talk about Green Economy

 

Berlin, 28.02.2014 - Wie lassen sich Care- und Gender-Aspekte in die Forschung zu Green Economy integrieren? Um diese und andere Fragen zu diskutieren ist eine neue Internet-Plattform online gegangen. Die Kommunikationsplattform vereint Homepage, Forum, Blog und Informationen im Bereich Care, Gender und Green Economy. Sie soll den Aufbau eines Netzwerks von Wissenschaftler_innen, Expert_innen und Praktiker_innen unterstützen, indem Informationen ausgetauscht und Diskussionen zur Integration der Care- und Genderperspektive in ökonomische Forschung angeregt werden.

 

Green Economy wird in den letzten Jahren als Lösung für multiple Krisen (Klimawandel, Finanzkrisen, Armut, Hunger, Ressourcenverknappung) diskutiert. Kritisiert werden die Konzepte vor allem wegen ihrer Botschaft „Weiter so, nur grüner“ und dem damit verbundenen Festhalten am Wirtschaftswachstum. Stattdessen sollten die menschlichen Bedürfnisse zur Sicherung der gesellschaftlichen und natürlichen Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt des Wirtschaftens gestellt werden. Dies würde bedeuten, unbezahlte sorgende und pflegende Tätigkeiten für Mensch und Natur (Care) in die Konzepte zur Green Economy zu integrieren.

 

Bis heute ist es aber kaum gelungen, entsprechende Analysen, Argumente und Forderungen in die wissenschaftlichen, politischen und ökonomischen Debatten und Konzepte zu Green Economy einzubinden. Mit der Wissens- und Kommunikationsplattform will das Projekt innovative Ansätze identifizieren und kommunizieren, um diese für wissenschaftliche Impulse und gesellschaftliche Veränderungen nutzbar zu machen. cage-online.de ruft zur Beteiligung an diesen Diskussionen auf.

 

Die Diskussionen über Care, Gender und Green Economy wird aber nicht nur im virtuellen Raum stattfinden. Auf Workshops und bei einer Abschlusskonferenz sollen verschiedene Ansätze, Leerstellen und Visionen gemeinsam mit Akteuren aus Wissenschaft und Praxis diskutiert werden. Über diese und weitere Termine informieren wir auf unserer Plattform.

 

Das Projekt ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Verbundvorhaben, das von LIFE – Bildung Umwelt Chancengleichheit e.V. und der Freien Universität Berlin gemeinsam mit Expertinnen der Leuphana Universität Lüneburg durchgeführt wird. Das Vorhaben zielt auf den Ausbau innovativer Forschungskooperationen zu Gender und Care in den Wirtschafts-, Umwelt- und Naturwissenschaften und auf die Stärkung der Netzwerktätigkeit im Förderbereich „Strategien zur Durchsetzung von Chancengerechtigkeit für Frauen in Bildung und Forschung“.

 

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PRESSEMITTEILUNG 21.11.2013

Polluters talk, we walk!

 

Berlin, 21.11.2013 - Unter diesem Motto verließen am vorletzten Tag der Verhandlungen über 80 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen und soziale Bewegungen die UN-Klimakonferenz. Unter ihnen die maßgeblichen Frauenorganisationen, die in der „Women & Gender Constituency“ (LIFE e.V., GenderCC, WEDO, WECF) zusammengefasst sind, aber auch die großen Verbände wie Greenpeace, WWF oder der BUND. Damit wurde ein deutliches Signal gesetzt, dass man nicht länger zur Legitimierung eines Verhandlungsprozesses beitragen will, der sehenden Auges in die Klimakatastrophe führt. Deutlich gemacht wurde aber auch, dass man die Zivilgesellschaft zu Hause mobilisieren und zur COP20 in Lima, Peru gestärkt wieder dabei sein werde.

 

Aus der Genderperspektive waren in der ersten Woche deutliche Fortschritte erzielt worden. „Aber wie soll man Gender in ein Null-Ergebnis mainstreamen“, fragte Ulrike Röhr von LIFE e.V./genanet bei der Presseaktion mit Umweltverbänden und sozialen Bewegungen vor dem gemeinsamen Ausmarsch aus dem Warschauer Nationalen Stadium.

 

Enttäuscht äußerten sich viele GenderexpertInnen auch über den sogenannten „Gender Day“, der am 19.11.2013 bei der Konferenz stattgefunden hatte. Er war dominiert von einer Veranstaltung des UN Klimasekretariats mit dem Titel 50/50, bei der dem Publikum Small Talk und Anekdoten aus dem Familienleben dargeboten wurden. „Durch diese Form von symbolischer Politik wurde in 1,5 Stunden das zerstört, was wir Frauen- und Genderexpertinnen über 10 Jahre aufgebaut haben“, so eine der Teilnehmerinnen völlig verärgert im Anschluss.

 

Fundiert waren dagegen die Veranstaltungen der Frauenorganisationen, die sich mit der Bewertung und den nächsten Schritten zur Umsetzung der Gender-Beschlüsse befassten, aber auch Lücken identifizierten. Diskutiert wurde hier auch erstmals gemeinsam mit einigen männlichen „Role Models“, warum sich so wenige Männer an den Gender-Debatten beteiligen und wie diese zu motivieren sind. Eine weitere Veranstaltung befasste sich mit der Finanzierung von Frauenprojekten zur Minderung von Emissionen und wie diese vervielfacht und ihre Erfolge verbreitet werden können.

 

Fazit: Ja, die Genderdebatten sind angekommen bei den Klimaverhandlungen, aber von der wirklichen Umsetzung sind wir noch Lichtjahre entfernt. Insgesamt bleibt nur festzustellen, dass die Symbolik des Austragungsortes der Klimakonferenz – ein Stadion – bittere Realität geworden ist: man bewegte sich im Kreis. Dieser Stillstand wurde begleitet und vertuscht durch unzählige sogenannte Dialoge. Show-Veranstaltungen, deren Hauptakteurin die Leiterin des Klimasekretariats war. Gut gemeint vielleicht, als Botschaft und inhaltlich aber unterirdisch.

 

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PRESSEMITTEILUNG 13.02.2013

Umweltbelastungen erschweren die Sorgearbeit und kreieren ein Care-Defizit

 

 

Berlin, 13.02.2013 – Die unbezahlt erbrachten Haushaltsleistungen tragen in erheblichem Umfang zur Wertschöpfung bei. So beläuft sich der Wert der unbezahlten Sorgearbeit in der Schweiz auf 41% des BIP, ohne sich jedoch darin niederzuschlagen. Die „Care Arbeit“ bleibt weitgehend unbeachtet, obwohl feministische Ökonominnen ein wirtschaftliches Umdenken bereits seit vielen Jahren fordern. Die Green Economy, die mit einer grundlegenden Umgestaltung der Wirtschaft einhergehen muss, könnte eine Möglichkeit sein, Care Arbeit einzubeziehen. Den damit zusammenhängenden Fragen widmete sich der Workshop „Sustainable Economy and Green Growth – Who cares?“, der gestern in Berlin zu Ende ging.

 

VertreterInnen von Frauenrechts- und Umweltorganisationen aus zwölf verschiedenen Ländern, u.a. Mexico, Uruguay, Großbritannien, USA, Indien und der Türkei, diskutierten zwei Tage lang darüber, wie ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell aussehen könnte, das die zumeist von Frauen un- oder unterbezahlt geleistete Care Arbeit einbezieht. „Im Zuge der Wirtschafts- und Umweltkrise hat sich das Arbeitsvolumen für Care stark erhöht, gleichzeitig haben sich die Bedingungen, unter denen diese Arbeit verrichtet wird, verschlechtert. Erhöhte Umweltbelastungen erschweren die Care-Arbeit weiterhin und kreieren ein Care-Defizit“ so Nidhi Tandon vom Networked Intelligence for Development aus Toronto, Kanada.

 

Die Debatte über die Verbindung von Care und nachhaltigem Wirtschaften steckt noch in den Kinderschuhen und ist geprägt durch ein breites Spektrum an Sichtweisen auf Sorgearbeit, die auf den unterschiedlichen kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten basieren. Ist es den einen wichtig, dass die Arbeit von Frauen vor allem in der Sicherung des Überlebens überhaupt als solche wahrgenommen wird, so lehnen andere das Green Economy Konzept grundsätzlich ab. „Wir waren auch mit dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung nicht glücklich, aber immerhin verbindet es die sozialen, ökologischen und ökonomischen Dimensionen – auch wenn hier in der Umsetzung Verbesserungsbedarf besteht. Diese Verbindungen fehlen bei der Green Economy völlig“, erläutert Anita Nayar von Development Alternatives with Women for a New Era, ihre Ablehnung.

 

Bei allen Differenzen – einig war man sich aber darin, dass Care und Nachhaltigkeit zusammengedacht werden müssen, oder, wie Nidhi Tandon es ausdrückte, „dass unser Care Fußabdruck und unser ökologischer Fußabdruck in Einklang stehen müssen.“

 

Das könnte sich beispielsweise darin niederschlagen, dass zukünftig alle umweltpolitischen Entscheidungen bezüglich ihrer Auswirkungen auf Care-Arbeit untersucht werden, lautete eine der Forderungen, die zum Abschluss des Workshops formuliert wurden. Finanzielle Mittel zur weiteren Erforschung der politischen und sozialen Ökonomie der Care-Arbeit seien ebenso notwendig wie die Bereitstellung von Strukturen und Räumen für kontinuierliche Diskussionen über die Verbindung zwischen Care und nachhaltigem Wirtschaften. Die Vertreterinnen international tätiger Organisationen versprachen, die Erkenntnisse des Workshops auch auf globaler Ebene in die Diskussion zu den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen einzubringen.

 

„Wir haben mit diesem Workshop Neuland betreten und freuen uns jetzt darauf, die Samen, die wir gemeinsam gesät haben, wachsen zu sehen“, fasst Ulrike Röhr von LIFE e.V. am Ende des Workshop ihre Erwartungen zusammen. Der Enthusiasmus der TeilnehmerInnen bezüglich der weiteren Zusammenarbeit war jedenfalls groß, ein Folgeworkshop im Herbst wird bereits anvisiert.

 

Finanziert wurde der Workshop vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

 

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Ulrike Röhr

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PRESSEMITTEILUNG 08.02.2013

Green Economy – mehr als das Begrünen der Wirtschaft

 

Berlin, 08.02.2013 – Unser momentanes Wirtschaftssystem ist nur funktionsfähig, weil es unbezahlte Sorgearbeit, wie auch die Reproduktion der Natur, als kostenlose und grenzenlos zu Verfügung stehende Ressourcen nutzt. Wie kann unsere Wirtschaft gestaltet werden, damit sie einerseits ressourcenschonender produziert, andererseits die gesellschaftlich notwendige Sorgearbeit einbezieht und gerecht verteilt? In Berlin treffen sich vom 11. bis 12. Februar 2013 Expertinnen und Experten aus der Zivilgesellschaft bei einem internationalen Workshop, um Vorschläge zu diskutieren und praktische Umsetzungsvorschläge zu erarbeiten.

 

Einen Perspektiv- und Prioritätenwechsel in der Mainstream-Ökonomie fordern Frauennetzwerke und Ökonominnen weltweit nicht erst seit der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt & Entwicklung 1992. 20 Jahre später, bei der Rio+20 Konferenz im Juni letzten Jahres, war die Green Economy das favorisierte Konzept westlicher Nationen zur Bewältigung der Wirtschafts-, Umwelt- und Armutskrisen. Die Rolle der immer noch größtenteils von Frauen erledigten unter- oder unbezahlten Sorgearbeit – der Care Economy, die von der Kindererziehung bis zur Pflege von Alten und Kranken reicht – wurde dabei kaum berücksichtigt. Nachhaltiges Wirtschaften ist das Gebot der Stunde und bietet eine herausragende Möglichkeit, „das Ganze der Wirtschaft“ in den Blick zu nehmen, die Green Economy mit der Care Economy zu verbinden.

 

Die 25 Vertreterinnen zivilgesellschaftlicher Organisationen aus 13 Ländern widmen sich während des zweitägigen Workshops im Bundesumweltministerium – das auch die Finanzierung übernommen hat – unter anderem Fragen der nötigen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, aber auch der unterschiedlichen Ausgangssituationen und entsprechend unterschiedlichen Konzepten in den verschiedenen Ländern.

 

Die Ergebnisse des Workshops werden am Abend des 12. Februar (18:00 bis 20:00) bei einer öffentlichen Veranstaltung in der Friedrich Ebert Stiftung in Berlin vorgestellt. 

 

Kontakt:

 

Ulrike Röhr

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PRESSEMITTEILUNG ZUR UN-KLIMAKONFERENZ COP18 - DOHA 8.12.2012

Das „Gender-Wunder“ von Doha?

Enttäuschung bei den Frauen- und Genderorganisationen über die Ergebnisse der Klimakonferenz

 

Ein Gendertag, den das Klimasekretariat der Vereinten Nationen für den 27.11.2012 ausgerufen hatte, markierte den Beginn einer bemerkenswerten Konferenz. Es folgte wenig später die Annahme einer Entscheidung, die von der Europäischen Union eingebracht worden war. Sie hat zum Ziel, die Partizipation von Frauen in den Delegationen und Gremien zu verbessern und damit zu einer gender-sensiblen Klimapolitik beizutragen. Ist das der Durchbruch, den die Frauen- und Genderorganisationen in einem Verhandlungsprozess fordern, in dem viel von Systemen, Technologien und Mechanismen die Rede ist, aber kaum von Menschen?

 

Die Gefühle der Frauen- und Genderorganisationen sind gemischt. Natürlich freut man sich über die Aufmerksamkeit, die das Thema erhält und darüber, dass es jetzt auch formal auf der Tagesordnung steht. Es gibt aber auch Befürchtungen, dass mit dieser Entscheidung das Thema gendergerechte Klimapolitik auf die Partizipation von Frauen reduziert werden könnte. Die ausgewogene Beteiligung von Frauen und Männern, so die einhellige Meinung der Organisationen, ist ein wichtiger Baustein, aber dieser allein führt nicht automatisch zu gendersensiblerer Klimapolitik.

 

Diese Befürchtungen wurden am Ende der Konferenz ernüchternde Realität. Im Abschlussdokument zur Umsetzung des Aktionsplans von Bali (1) werden weder Menschenrechte generell, noch Gender- und Frauenaspekte angesprochen. Gerade hier hatten die Frauen sehr viel Energie investiert und waren mit ihren Vorschlägen bei der Entwicklung des Dokuments auch sehr erfolgreich. Im Endergebnis jedoch waren diese jahrelangen Bemühungen wenn auch nicht umsonst, so doch sehr enttäuschend.

 

„Auch der Text der Gender-Entscheidung (2) lässt Raum für Interpretationen. Er könnte einfach nur als Zahlenspiel zur Genderbalance ausgelegt werden. Positiv lässt er sich aber auch als Katalog von Maßnahmen in Richtung einer gendersensiblen Klimapolitik lesen“ sagt Ulrike Röhr von LIFE e.V., eine der Organisationen, die das Thema Geschlechtergerechtigkeit bei den Klimaverhandlungen auf die Tagesordnung gebracht hat. Schließlich erhält die Genderthematik einen eigenständigen Tagesordnungspunkt auf den UN-Klimakonferenzen – bisher wurden Genderaspekte, wenn überhaupt, unter „Sonstiges“ diskutiert – außerdem ist ein Workshop während der nächsten UN-Klimakonferenz zu Gender geplant.

Gotelind Alber von GenderCC: „Diese Chance, über Gender Balance hinaus auch gendersensible Klimapolitik und entsprechende Bildungsmaßnahmen zu thematisieren, muss genutzt werden.“

 

Ein Wermutstropfen bleibt: die Verhandlungen sind wieder einmal weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Aber nur wenn die Ambitionen in der Klimapolitik dem Problem gerecht werden, macht eine gendersensible Klimapolitik wirklich Sinn.

 

(1) Ad Hoc Arbeitsgruppe zur langfristigen Kooperation (AWG-LCA) u.a. bei den Verpflichtungen der Industrieländer zu Emissionsreduktionen und der Entwicklungsländer zu Aktionen zu emissionsarmer Entwicklung, Anpassung, Technologien, Finanzen.

(2) www3.unog.ch/dohaclimatechange/sites/default/files/FCCCSBI2012L36_0.pdf

 

Kontakt

Ulrike Röhr

Tel. 030.308798-35

Mobil: 0179.2031511

Email roehr@life-online.de

 

Gotelind Alber

Mobil: 0151-15240802

g.alber@gendercc.net

www.gendercc.net


PRESSEMITTEILUNG ZUR ZUR VERÖFFENTLICHUNG DES DISKUSSIONSPAPIERS "GREEN ECONOMY: GENDER_GERECHT"

 

"Green Economy" - Frauenorganisationen fordern konsequentes Umdenken

 Berlin, 23. November 2011

 

Ob Finanzkrise, Klimawandel oder der Hunger in vielen Ländern der Welt: unsere Wirtschafts- und Lebensmodelle stehen auf dem Prüfstand. Eine sozial und ökologisch gerechtere Gesellschaft muss machbar sein – aber wie?

 

Fünf deutsche Frauenorganisationen fordern erstmalig in einem aktuellen Diskussionspapier, die „Green Economy“ als Lösungsansatz gesellschaftlicher Probleme um die Frauen- und Genderperspektive zu erweitern. Sie rufen insbesondere Frauen dazu auf, Stellung zu beziehen und einen nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel aktiv zu unterstützen. Das Diskussionspapier ist im Projekt „Green Economy Gender_Gerecht“ entstanden, das die Frauenorganisationen im Hinblick auf die kommende Rio+20-Konferenz der Vereinten Nationen durchführen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie Umweltbundesamt gefördert.

 

In Rio de Janeiro findet 2012 die Rio+20 statt, die UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung, die vor 20 Jahren am gleichen Ort Geschichte geschrieben hat. Ein thematischer Schwerpunkt wird das Konzept der „Green Economy“ sein – eine Wirtschaftsweise, die „menschliches Wohlergehen steigert und soziale Gerechtigkeit sicherstellt, während gleichzeitig Umweltrisiken und ökologische Knappheiten erheblich verringert werden“ (Umweltprogramm der Vereinten Nationen – UNEP 2011).

„Ein grundsätzliches Umdenken unserer Lebens- und Wirtschaftsweise ist dringend erforderlich“, erklärt Ulrike Röhr, Projektleiterin von „Green Economy Gender_Gerecht“ bei LIFE e.V. In Kooperation mit dem Deutschen Frauenrat, dem Frauenpolitischen Rat Land Brandenburg, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands kfd und dem Verband deutscher Unternehmerinnen vdu initiierte sie das Projekt, das sich vor allem einmischen möchte – in die Debatte um „Green Economy“, in der die Frauen- und Genderperspektive bislang fehlte. „So gilt es“, betont Röhr, „die überwiegend von Frauen erbrachten Fürsorge- und Vorsorgeleistungen ebenso wie die Produktivität unserer Ökosysteme als Grundlage jeglichen Wirtschaftens anzuerkennen und in das Konzept der ‚Green Economy‘ zu integrieren.“

 

Das Diskussionspapier fokussiert aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie den Rückgang natürlicher Ressourcen, den Klimawandel sowie die Finanz- und Wirtschaftskrise und betrachtet sie im Zusammenhang als Gesamtsystem. Es weist auf das Potenzial hin, das die „Green Economy“ als Lösungsansatz bietet – vorausgesetzt: das Konzept wird erweitert. Dabei wird aufgezeigt, dass sowohl eine Integration der Frauen- und Genderperspektive als auch ein konsequentes Umdenken dringend erforderlich sind.

 

Frauen werden besonders ermutigt, sich auf Grundlage des Diskussionspapiers an der Debatte um eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise zu beteiligen. Was können wir beitragen, so dass gerechter, solidarischer und umweltschonender konsumiert und produziert wird? Aber auch: Was gewinnen wir, wenn ein nachhaltiger gesellschaftlicher Wandel Wirklichkeit wird?

 

Das Diskussionspapier kann hier heruntergeladen werden.

Auf der Webseite des Green Economy Projekts finden Sie nähere Informationen:

http://www.genanet.de/greeneconomy.html

 

Weitere Informationen zu Green Economy:

http://www.unep.org/greeneconomy/

 

 

Kontakt:

Green Economy Gender_Gerecht / LIFE e. V.

Ulrike Röhr

Dircksenstraße 47

10178 Berlin

Tel. 030/308798-35

roehr@life-online.de


PRESSEMITTEILUNG DER FRAUEN- UND GENDER BEOBACHTERINNENGRUPPE @ UNFCCC; BONN, 6.8.2010

 

Klimaverhandlungen sind wirkungsvoller, wenn sie von einer langfristigen Vision gelenkt werden – die soziale und Geschlechtergerechtigkeit beinhaltet

 

Bei den Klimaverhandlungen in Bonn vom 2. – 6. August 2010 haben Frauenorganisationen Christiana Figueres, der neuen Generalsekretärin des Klimasekretariats, ihre Unterstützung versichert. Bei einem Treffen mit zivilgesellschaftlichen Gruppen machte Figueres deutlich, dass die Verhandlungen wesentlich wirkungsvoller wären, wenn ein Paradigmenwechsel stattfinden würde, der auf der Verantwortung für zukünftige Generationen basiert. Das menschliche Gesicht des Klimawandels müsse besser verstanden werden.

 

Wir Frauenorganisationen glauben, dass die Grundlage dieses Paradigmenwechsels ein besseres Verständnis der Geschlechteraspekte der Klimapolitik sein muss, ebenso wie eine Ana-lyse der Machtverhältnisse innerhalb von Gesellschaften und Institutionen auf allen Ebenen: lokal, regional und international. Machtverhältnisse zeigen sich zum Beispiel darin, wie ge-genwärtig bei den Verhandlungen über ‚Wälder’ diskutiert wird. Die fortwährende Zerstörung von Wäldern führt zu erheblichen CO2-Emissionen, weshalb Instrumente zur Vermeidung von Entwaldung vorgeschlagen wurden. Die Art und Weise, wie dabei Wälder definiert und durch die möglichen Instrumente behandelt werden, hat Auswirkungen auf Frauen und ihre lokalen Gemeinschaften. In einer Stellungnahme, die im Abschlussplenum der Klimaverhandlungen in Bonn vorgetragen wurde, haben Frauen ihre Befürchtungen geäußert, dass die gegenwärtige Definition von Wäldern großflächige Monokulturen forciert, die verheerende Auswirkun-gen auf die Lebenssituation von Frauen im Besondern und lokale Gemeinschaften im Allge-meinen haben. Frauen- und Genderorganisationen lehnen Anreizsysteme ab, die Ökosysteme allein auf ihren Wert als Kohlenstoffspeicher reduzieren und die wichtigen sozio-ökonomischen, kulturellen, spirituellen und ökologischen Werte von Wäldern ignorieren. Diese sind von grundlegender Bedeutung für Frauen und ihre Gemeinschaften.

 

Frauenorganisationen und Gruppen, die sich mit Geschlechterfragen befassen, wurden Ende 2009, kurz vor der Klimakonferenz in Kopenhagen, offiziell als eine eigenständige Beobach-terInnengruppe der Klimarahmenkonvention anerkannt. Die Gruppe besteht aus einer wachsenden Zahl internationaler Organisationen und Netzwerke, deren VertreterInnen sich auch weiterhin für eine ambitioniertes, gerechtes und verbindliches Klimaabkommen einsetzen, das Geschlechtergerechtigkeit als eine Grundlage berücksichtigt.

 

Zur weiteren Information: Die aktuellen Stellungnahmen sowie die bisherige Arbeit der Beo-bachterInnengruppe finden sich in englisch online unter www.gendercc.net/policy/conferences.html. Eine Auswahl der Texte wird kontinuierlich auf deutsch übersetzt und liegt unter www.genanet.de/klima.html.

 

Kontakte in Deutschland:

 

Gotelind Alber, GenderCC – Women for Climate Justice
g.alber(at)gendercc.net, www.gendercc.net

 

Ulrike Röhr, LIFE e.V. / genanet – Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit roehr(at)life-online.de, www.genanet.de

 

Sabine Bock, Women in Europe for a Common Future (WECF) sabine.bock(at)wecf.eu, www.wecf.eu/english/articles/2010/08/climate-women.php



PRESSEMITTEILUNG ZUM FRAUENAKTIONSTAG GEGEN ATOMENERGIE 8. MÄRZ 2010

 

Kurs halten – Frauen fordern den sofortigen Atomausstieg

 

Mehrheitlich lehnen Frauen die Atomenergie ab. Am internationalen Frauentag (8. März 2010) werden sie in verschiedenen Städten und Gemeinden diese Ablehnung öffentlich zum Ausdruck bringen. Mit Infoständen, Filmvorführungen, dem symbolischen Zerstören von Atomkraftwerken und anderen Aktionen verleihen sie ihrer Forderung nach einem schnellen Ausstieg aus der Risikotechnologie Nachdruck.

 

Die Aktionen finden in größeren Städten und kleineren Gemeinden statt – beispielsweise in Bremerhaven, Hannover oder Koblenz. Sie werden von Frauengruppen, Frauenbeauftragten oder engagierten Einzelpersonen durchgeführt. Angeregt und unterstützt wurden sie von dem vom Bundesumweltministerium geförderten Projekt Frauen aktiv gegen Atomenergie. „Wir wollen mit den Aktionen deutlich machen, dass die Probleme und Gefahren der Atomenergie weiter bestehen und Frauen sich nicht von der Rhetorik der Atomkonzerne und PolitikerInnen beirren lassen“, so Mareike Korte, Koordinatorin des Projekts Frauen aktiv gegen Atomenergie, das zu dem Aktionstag aufgerufen hatte.

 

Seit August letzten Jahres bestärkt das Projekt Frauen aktiv gegen Atomenergie Frauen darin, ihre Meinung zu Atomenergie in Handeln umzusetzen. Denn 2/3 aller Frauen lehnen zwar die Atomenergie ab, an den Entscheidungen über diese und andere Energietechnologien sind sie aber kaum beteiligt.

 

Am 18.3.2010 lädt das Projekt zu einer Diskussions- und Informationsveranstaltung unter dem Motto Abschalten? Umsteigen? Wegsparen? Frauen beziehen Stellung zur Atomenergie nach Duisburg ein, um gemeinsam mit den Teilnehmenden rechtzeitig vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren.

 

Weitere Informationen unter: www.frauengegenatom.de/veranstaltungen.html

 

Kontakt:

Mareike Korte, Ulrike Röhr

Frauen aktiv gegen Atomenergie

LIFE e.V. Dircksenstr. 47

10179 Berlin

Telefon: 030-30879831 oder-35

E-Mail: roehr(at)genanet.de, korte(at)genanet.de

www.frauengegenatom.de


PRESSEMITTEILUNG 22.12.09

Frauen entmutigt durch das Ergebnis der Klimakonferenz – signalisieren aber Hoffnung und Aktionsbereitschaft für 2010

 

Das Leben von Millionen von Menschen steht auf dem Spiel, ganze Länder drohen im Ozean zu verschwinden – aber den führenden WeltpolitikerInnen gelingt es nicht, sich auf die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und auf ein gerechtes Post-Kyoto Abkommen zu verpflichten.

 

Die unter dem Aspekt „Frauen und Gender“ zusammengeschlossenen Beobachterorganisationen im Klimaprozess, WECF, GenderCC, WEDO und LIFE, sind über den Mangel an Fortschritten bei der Konferenz tief bestürzt. Frauen zählen zu den am stärksten vom Klimawandel betroffen und sind gleichzeitig wichtige Akteure des Wandels, für sie gilt, dass es keine Zeit zu verlieren gibt.

 

Der UNFCCC Exekutivsekretär Yvo de Boer bezeichnet den Gipfel von Kopenhagen als eine „Achterbahnfahrt“. Das Ergebnis ist eine rechtlich unverbindliche „Kopenhagen-Vereinbarung“, die von einer kleinen Gruppe der reichsten und mächtigsten Länder der Welt ausgehandelt wurde. Darin wird zwar festgestellt, dass die globale Erderwärmung auf 2°C begrenzt werden sollte, von einer umfassenden Einigung über den Umgang mit dem weltweit größten Problem ist man aber weit entfernt.

Die Kopenhagen-Vereinbarung fordert zwar die Industrieländer zu verbindlichen CO2-Reduktionen auf und die Entwicklungsländer sich zu engagieren, schweigt jedoch darüber, wie dies konkret geschehen soll. Wegen der Dominanz der Supermächte haben nicht alle Länder der Vereinbarung zugestimmt.

 

Mit den aktuellen Reduktionszielen wird die globale Erderwärmung weit über 2°C hinausgehen. WissenschaftlerInnen gehen sogar davon aus, dass die mangelnde Bereitschaft zum Handeln zu einem Temperaturanstieg von 3,5°C in diesem Jahrhundert führen wird. Selbst bei optimistischsten Annahmen zeigt das Ergebnis von Kopenhagen das Unvermeidliche: kleine Inseln werden verschwinden, die Weltwirtschaft und die Sicherheit der Staaten sind gefährdet, die Armut vor allem derjenigen Bevölkerungsgruppen, die jetzt schon leiden, wird weltweit zunehmen.

 

Sätze zu Frauen und Geschlechtergerechtigkeit konnten zwar in einigen Verhandlungstexten verankert werden. Sie sind jedoch bedeutungslos, wenn das Gesamtergebnis das das Leben und die Existenz der Menschen auf der ganzen Welt aufs Spiel setzt. Die bereits seit 2 Jahren eingesetzte „ad hoc Arbeitsgruppe zur langfristigen Zusammenarbeit (AWG-LCA)“ wird nun bis zur COP16 in Mexiko weiter arbeiten. „Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die Strategien zur Erhaltung und Stärkung der gendersensiblen Textpassagen Hand in Hand gehen mit der Botschaft, dass jedes Land aktiv mitarbeiten und sich seiner Verantwortung stellen muss“.

 

Die Frauen- und Genderorganisationen drücken weiterhin ihre große Besorgnis über die mangelnde Transparenz und den restriktiven Zugang zu der Konferenz in Kopenhagen aus. Tausenden akkreditierter VertreterInnen der Zivilgesellschaft wurde der Zugang verwehrt, was als ein Zeichen der Unfähigkeit gewertet wird, die Bekämpfung des Klimawandels in einer umfassenden, gleichberechtigten, transparenten und gerechten Weise anzugehen. Vielen unserer PartnerInnen wurde der Zugang zum Bella Center verweigert. Sie wollten mit Präsentationen, Forschungsergebnissen, Dokumentationen und persönlichen Berichten zu einem guten Ergebnis der COP15 beitragen.

Mit der Verweigerung des Zugangs für die meisten VertreterInnen der Zivilggesellschaft wurden die Möglichkeiten für neue Lösungsansätze zum Klimawandel eingeschränkt, die Stimmen der Zivilgesellschaft wurden unterdrückt und viele Millionen Euro verschwendet. Eine Evaluation dieser Missstände muss umgehend eingeleitet werden, um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden.

 

Gibt es denn überhaupt noch Hoffnung? Die Frauenorganisationen wollen und dürfen nicht resignieren. Den Prozess aufzugeben bedeutet Millionen von Menschen aufzugeben, deren Überleben von wirkungsvollen und rechtsverbindlichen Vereinbarungen abhängt. Wir brauchen die individuelle Bereitschaft sich für einen Wandel und für Aktionen auf der Ebene von Haushalten, Kommunen, Regionen und Nationen einzusetzen. Wir brauchen aber vor allem eine erneute Verpflichtung von führenden WeltpolitikerInnen, die den Klimaschutz nicht nur als Belastung für das BIP betrachten. Frauen sind für den Wandel bereit, wir haben uns diesem Prozess verpflichtet und sind überzeugt, dass die Bekämpfung des Klimawandels eine einzigartige Möglichkeit zum notwendigen Wandel hin zu einer nachhaltigen, kohlenstoffarmen, transparenten und gerechten Wirtschaftsweise bietet.

 

Auf internationaler und nationaler Ebene, rufen wir deshalb dazu auf:

- Den Anteil von Frauen als Leiterinnen von UNFCCC-Sitzungen zu erhöhen

- Frauen und Männer in allen Bereichen der nationalen und internationalen Klimapolitik wirkungsvoll zu beteiligen - die am meisten Verwundbaren ins Zentrum der Verhandlungen zu stellen

- geschlechtergerechte Ansätze im Entwurfspapier des Mexiko Abkommens zu stärken

- den Zugang von Frauen zu bestehenden Finanzierungsinstrumenten zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel zu verbessern.

 

Auf der individuellen Ebene - und damit in allen Aspekten unseres täglichen Lebens - rufen wir Frauen und Männer als KonsumentInnen, ErzieherInnen, AnwältInnen und AnführerInnen dazu auf:

- die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder zu schützen

- unsere Macht als KonsumentInnen zu nutzen indem wir Dienstleistungen und Produkte unterstützen, die das Klima und den Planeten schützen. Die Klimaverhandlungen haben ihr Ziel verfehlt.

Jetzt ist die Bereitschaft jeder/s Einzelne gefragt, die sich zu einer Bewegung von BürgerInnen und KonsumentInnen zusammenschließen und zu einem nachhaltigen Lebensstil verpflichten. Diese Bewegung kann die Grundlage werden für ein globales, ehrgeiziges, gerechtes und rechtsverbindliches Klimaschutzabkommen in Mexiko im nächstes Jahr. Es ist noch nicht zu spät. Wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren.

 

Kontakt:

 

GenderCC, Berlin: Gotelind Alber, mailto:www.g.alber(at)gendercc.net, mobile 0151.15240802, www.gendercc.net 

LIFE e.V., Berlin: Ulrike Roehr, roehr@life-online.de, mobile 0179.2031511, www.genanet.de 

WECF, München: Sabine Bock, sabine.bock@wecf.eu, mobile 0 176 22 82 74 65 and Sascha Gabizon, sascha.gabizon@wecf.eu, mobile 0172 8637586, www.wecf.eu 

WEDO, New York: Cate Owren, cate@wedo.org and Monique Essed-Fernandes, mjessed@aol.com, www.wedo.org 



PRESSEMITTEILUNG 23.2.2009

Geld zum Spekulieren? Nein – Geld zum Leben!
genanet veröffentlicht feministische Anmerkungen zur Finanzkrise


Haben die Finanzkrise, die staatlichen Reaktionen in Form milliardenschwerer Rettungsschirme oder Konjunkturprogramme, oder die Auswirkungen der Krise auf die Gesellschaft ein Geschlecht? Wer hat die Krise verursacht, wer profitiert? Was wäre, wenn das Geld statt in Abwrackprämien oder Bad-Bank-Einrichtung in Klimaschutzprogramme und soziale Dienstleistungen flösse? Wäre damit der Gesellschaft vielleicht langfristig mehr gedient?


genanet geht diesen Fragen mit einer Reihe von Stellungnahmen zur Finanzkrise, Ressourcenverbrauch und Gender nach. Den Auftakt machen Dr. Uta von Winterfeld, vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und Adelheid Biesecker, erimitierte Bremer Wirtschaftsprofessorin und Mitbegründerin des „Netzwerks vorsorgendes Wirtschaften“.

Einig sind sich beide in ihren Analysen: die Krise ist keine einmalige Entgleisung, sondern systemisch bedingt. Es ist an der Zeit über eine andere Form des Wirtschaftens nachzudenken und Alternativen zu entwickeln. Von Winterfeld zeigt in ihren Anmerkungen die gemeinsamen Ursachen der ökologischen Krise und der Finanzkrise auf. Sie fordert, die Wirtschaft „vom Kopf auf die Füße zu stellen. Wirtschaften dient der Versorgung der breiten Bevölkerung mit dem alltäglich Notwendigen. Wirtschaften ruht auf dem Handlungsprinzip der Sorge. Sorgen und Fürsorgen sind Tätigkeiten, welche die Erde so erhalten, fortdauern lassen und wiederherstellen, dass Menschen so gut wie möglich auf ihr leben können.“

Biesecker verdeutlicht in ihrem Beitrag, dass die Maßnahmen zur Krisenbekämpfung, zur Bewältigung der sozial-ökologischen Krise, derselben Rationalität folgen, die die Krise hervorgerufen hat. Deshalb geht es bei der Bewältigung „nicht um Reform, sondern es geht um eine ganz neue „Finanzarchitektur“ mit einer neuen Rationalität, der Rationalität des langfristigen Erhaltens des Lebendigen.“ Am Beispiel des Klimaschutzes demonstriert sie, dass die Maßnahmen zur Krisenbekämpfung derselben Denkweise folgen, die die Krise hervorgerufen hat.

Die Positionspapiere können sind hier abrufbar. Das nächste Papier erscheint im April. In ihm beleuchtet Prof. Dr. Ines Weller die Technologiepolitik vor dem Hintergrund der Finanzkrise.


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