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Qualität des Ökostroms

Ökostrom ist aber keine geschützte, eindeutig definierte Produktbezeichnung wie etwa Bio-Lebensmittel. Jeder Anbieter kann behaupten, sein Strom sei „öko“ oder klimafreundlich.

Deshalb bieten eine Vielzahl von Unternehmen so genannten Ökostrom an, und auch die marktbeherrschenden Stromkonzerne und Atomkraftwerksbetreiber wollen den Ökostrommarkt für sich gewinnbringend erschließen. Sie haben nach der Liberalisierung des Strommarktes Billigstromanbieter gegründet, so zum Beispiel Yello (EnBW). Einige dieser Anbieter mit den phantasievollen Namen bieten nun auch „Billig-Ökostrom“ an. Dazu gehören eprimoPrimaKlima von eprimo (RWE), NaturEnergie (EnBW), MeinÖkoTarif von E wie einfach (E.ON) und Wemio (Vattenfall).

Strom von Stadtwerken zu beziehen, ist im Prinzip sinnvoll, um eine dezentrale Struktur der Energieversorgung und den Querverbund zu unterstützen, aber nicht immer gut. An regionalen und kommunalen Energieversorgern sind nämlich mittlerweile häufig große Energiekonzerne beteiligt, an einigen sogar mehrheitlich, zum Beispiel an den Stadtwerken in Düsseldorf (54,95 % EnBW), Gelnhausen (100 % E.ON) und Koblenz (58 % RWE), oder am größten regionalen Energieversorger in den östlichen Bundesländern envia Mitteldeutsche Energie AG (61,95 % RWE).

Was zeichnet einen guten Ökostromanbieter aus?

Der angebotene Strom sollte wirklich Ökostrom, das heisst aus umweltverträglichen Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien stammen. Auch einen Anteil an effizienter Kraft-Wärme-Kopplung mit Erdgas halten wir derzeit noch für akzetabel und sinnvoll, da dies zu einer Minderung der Treibhausgasemissionen führt.

Ihr Ökostrombezug sollte tatsächlich zu einem Ausbau der erneuerbaren Energien führen. Strom, der nur aus längst bestehenden Anlagen kommt, trägt nicht zur Veränderung des Strommixes bei, sondern nur zur Erhöhung des Profits des Anbieters. Echter Ökostrom sollte vorwiegend aus neuen Anlagen stammen, oder der Anbieter sollte den Neubau von Anlagen fördern.

Der Ökostromanbieter sollte unabhängig und nicht mit einem Stromkonzern verflochten sein, der Kohle- oder Atomkraftwerke betreibt. Der Strom, den er an Sie verkauft, sollte auch nicht von Anlagenbetreibern stammen, die mit der Atomwirtschaft verflochten sind. Bitte beachten Sie, dass dies bei den meisten Gütesiegeln nicht geprüft wird! Einige der von uns empfohlenen Anbieter haben deshalb auf eine Zertifizierung verzichtet, obwohl sie die Bedingungen dafür erfüllen.

Ferner spielt natürlich der Service des Anbieters eine Rolle. „Ökostromanbieter vorn“ titelte Stiftung Warentest bei einer Bewertung von Stromversorgern. Sowohl bei der Zufriedenheit von Kundinnen und Kunden als auch bei der Bewertung ihrer Information für Neukunden durch Stiftung Warentest befanden sich die vier von uns empfohlenen Anbieter in der Spitzengruppe.