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GENANEWS MAI/JUNI 2013 ERSCHIENEN
Der aktuelle Newsletter informiert wie immer über die Aktivitäten von genanet sowie über Gender und Umweltaktivitäten anderer Organisationen und ExpertInnen, berichtet über neue...
FRAUENUNTERNEHMEN GREEN ECONOMY
In Kooperation mit der WeiberWirtschaft eG soll das neue genanet-Projekt Wege für Frauenunternehmen zu einem umweltschonenden und sozial gerechten Wirtschaften aufzeigen. Es startet...
NICHT EINFACH GRÜNER, SONDERN ANDERS
"Auf dem Weg in eine ressourcenschonende und gerechte Gesellschaft" lautet der Untertitel der Broschüre, mit dem das Projekt Green Economy Gender_Gerecht nicht nur seine Ergebnisse...
Die März 2011-Ausgabe des Magazins der Organisation "International Rivers" hat den Schwerpunkt "Frauen, Flüsse und Staudämme". Thema ist die Rolle von Frauen in der Bewegung, die sich für Flüsse und Rechte einsetzt. Es werden Frauen vorgestellt, die gegen Staudämme kämpfen und solche, die Alternativen aufzeigen. Es wird darüber reflektiert, warum gesunde Flüsse besonders für Frauen wichtig sind, und warum Staudämme eine besonders negative Auswirkung auf Frauen und Kinder haben.
Die Ausgabe kann als PDF heruntergeladen werden.
Der Bericht „Rapid Gender Needs Assessment of Flood-Affected Communities“ von UNIFEM analysiert Daten unterschiedlicher Untersuchungen nach der Umweltkatastrophe in Pakistan. Er berichtet chronologisch über genderrelevante Aspekte zu Beginn der Flut bis hin zu den gegenwärtigen Notlagern und identifiziert Informationslücken und Schwachstellen für notwendige Besserungen.
Der Bericht ist zweigeteilt: Im ersten Teil geht es um den Schutz von Rechten bei den für das überleben notwendigen Diensten wie Nachrichten und Frühwarnsysteme, Evakuierung, Obdach, Zugang zu Lebenmittel, Wasser, Sanitär und Gesundheit. Der zweite Teil behandelt den Schutz von Leben, Sicherheit, Unversehrtheit und Würde, insbesondere die Sicherheit innerhalb der Notunterkünfte und die Verhinderung von genderbezogener Gewalt.
Beide Teile machen deutlich, dass Frauen in vielen Bereichen schlechter gestellt sind als Männer.
Da in Pakistan Frauen über weniger Verbindungen und Kontakte nach außen (außerhalb des eigenen Haushalts) verfügen als Männer, wurden sie häufig nur über ihre männlichen Verwandten über die drohende Gefahr informiert. Männer hingegen erhielten ihre Information meist über Radio oder Telekommunikation. In den Hilfslagern fühlen sich weniger als 40% der befragten Frauen sicher und gerade die Nutzung der wenigen sanitären Anlagen wird häufig nicht der erforderlichen Privatsphäre von Frauen und Mädchen gerecht. Durch Schwanger- und Mutterschaft sind Frauen auch auf biologische Weise insbesondere betroffen: 10% der befragten Haushalte hatten seit der Flut eine oder mehrere Geburten innerhalb der Familie und 30% haben mindestens eine stillende Mutter.
Im Bericht von UNIFEM finden sich noch weitere Beispiele, die es so wichtig machen, Umweltereignisse wie die Flut in Pakistan durch die Geschlechterbrille zu betrachten.
Der Bericht lässt sich hier herunterladen.
Die katastrophalen sanitären Strukturen in Slums in Nairobi sind ein wesentlicher Auslöser von genderbezogener Gewalt. Amnesty International rückt in seinem jetzt veröffentlichten Bericht „Insecurity and Indignity: Women’s experiences in the slums of Nairobi“ diese oftmals vernachlässigte Dimension der Umweltsicherheitsdebatte in den Blickpunkt. Demnach versucht zwar die kenianische Regierung im Zuge ihrer Bemühungen um die Umsetzung der Millenniumentwicklungsziele auch die Problematik fehlender sanitärer Infrastrukturen anzugehen. Das konkrete Risiko für Frauen, Opfer von Gewalt zu werden, wird hierbei jedoch nicht adressiert – ganz abgesehen davon, dass sich Entwicklungsfortschritte nur in Ansätzen abzeichnen.
Ursache für die Konfliktlage ist auch, dass Slums ein blinder Fleck im Budget der Städteplaner bleiben. Kibera als eine der informellen Siedlungen mit mehr als einer Million Einwohnern verfügt über keinen einzigen Polizeiposten. Die Folgen beschreibt Godfrey Odongo, Ostafrikaforscher bei Amnesty International, eindrücklich: „Frauen in den Siedlungen Nairobis werden in ihren Häusern nachts zu Gefangenen – und das manchmal bereits vor Einbruch der Dunkelheit”. Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung, bleiben aber wie weitere Gewaltdelikte gegen Frauen oftmals ungeahndet, von zusätzlichen negativen gesundheitlichen Folgen für Frauen ganz zu schweigen. Laut Amnesty wäre schon etwas gewonnen, wenn die Regierung bestehende Gesetzesvorgaben umsetzen würde. Diese nämlich verpflichten die Landeigner schon heute zur Bereitstellung der notwendigen sanitären Infrastrukturen. Eine mehr als vage Aussicht.
(Text aus dem Krium Newsletter August)
Der Bericht von Amnesty International ist hier zu finden.
„Gender and Water“ war eines von sechs Themen, die am 3. November 2009 beim Water Day diskutiert wurden. Der Tag wurde vom global public policy network on water management (GPPN) und in Kooperation mit UN Water organisiert und fand bewusst zeitgleich zu einem UNFCCC-Treffen in Barcelona statt. Indem Themen wie Ökosysteme, Boden, Energie und auch Gender in Bezug zu Wasser gesetzt wurden, sollte gezeigt werden, welche kritische und spektrenübergreifende Rolle Wasser für Anpassungen an den Klimawandel und dessen Minderung spielt.
Alle Podiumsdiskussionen, auch das zu Gender and Water, sind als Audioaufnahmen in englischer Sprache im Internet verfügbar.
Die Untersuchung „Trinkwasser und seine geschlechtsspezifische Wahrnehmung“ vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) liefert erste Hinweise auf geschlechtsspezifische Ansprüche, Befürchtungen und Erwartungen von Frauen und Männern in Bezug auf Privatisierung und Veränderungen in der Trinkwasserversorgung. Für diese qualitative Untersuchung wurden Gruppendiskussionen mit zwei Frauengruppen (Mütter von Kindern bis zu drei Jahren und Immobilienbesitzerinnen) und mit zwei Männergruppen (Väter von Kindern bis zu drei Jahren und Immobilienbesitzern) durchgeführt. Die Themen Trinkwasser im Alltag, Wasserprivatisierung, Informationen und Beteiligung bei Veränderungen in der Wasserwirtschaft und Einschätzungen zum anderen Geschlecht kamen in den Diskussionen zur Sprache und wurden ausgewertet.
Beim 5. Weltwasserforum, das vom 16.-22. März 2009 in Istanbul stattfand, berieten ExpertInnen über den Zugang zu sauberem Wasser, Wasserrechten und den Einsatz moderner Technologien. Frauenorganisationen aus der ganzen Welt, die in der „Women and Gender Coalition“ zusammenarbeiten, spielten eine sehr aktive Rolle während des Forums. Über 150 Frauenorganisationen, die zu Wasser, Frauen und Genderthemen arbeiten, waren bereits an der Vorbereitung, aber auch an den zahlreichen Aktivitäten während des Forums beteiligt. Im Vorfeld des Weltwasserforum hatte eine Vorkonferenz speziell für Frauen aus der Region stattgefunden, die von der Women for Women Partnerschaft (w4w) und der Gender and Water Alliance (GWA) organisiert worden war. Gender and Water Alliance und GenderCC – Women for Climate Justice haben anlässlich des Weltwasserforums ein Factsheet verfasst, was sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserverfügbarkeit und den damit verbundenen Genderaspekten befasst. Weniger positiv wurde das Forum von globalisierungskritischen Netzwerken wie Attac oder von Basisorganisationen beurteilt. Diese kritisierten, dass es bei der Konferenz zu stark um Privatisierung von Wasserressourcen ging und Menschen und Natur dabei in den Hintergrund geraten. Deshalb fand zeitgleich ein Gegengipfel statt. Monika Schierenberg von EcoMujer war Teilnehmerin des Alternativen Forums und setzt sich seit Jahren aktiv für Frauenrechte weltweit ein. Im Interview mit Sonja Klümper von genanet schildert sie ihre Wahrnehmung der Woche in Istanbul. Das komplette Interview ist im April 2009 Newsletter von genanet zu lesen.
Die Internationale Dienstleistungsgewerkschaft PSI rief auch 2009 wieder zu Aktionen gegen die Privatisierung der öffentlichen Wasserversorgung auf - wie in den Jahren zuvor unter besonderer Berücksichtigung der Genderperspektive. Der Fokus lag im Jahr 2009 auf Verbindungen zwischen dem Zugang zu Wasser und dem Gesundheitssystemen, in denen Frauen die Mehrheit sowohl der ArbeiterInnen als auch der NutzerInnen ausmachen. Die dreisprachige Webseite Women, Water, Workers, Health stellt Hintergrundinformationen und Kampagnenmaterial zur Verfügung (in Englisch, Spanisch und Französisch).
Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht – eine (geschlechter-) gerechte Verteilung eine Menschenpflicht!“ Dies war eine der wesentlichen Aussagen der Fachtagung „Steter Tropfen höhlt den Stein – Frauen im Widerstand für ein Menschenrecht auf Wasser“ vom 22.-24. Februar 2008 in Berlin.
Die Tagung wurde gemeinschaftlich veranstaltet von genanet, Ecomujer, ver.di, und der internationalen Menschenrechtsorganisation FIAN. 120 TeilnehmerInnen aus Wissenschaft, Gewerkschaften, Frauen-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen – unter ihnen Frauen aus Bolivien, Kuba, El Salvador, Mexiko, Peru, Kolumbien und Uruguay – diskutierten kritisch die Auswirkungen von Privatisierung, Verschmutzung und Verschwendung von Wasser auf die Lebensbedingungen von Frauen und Männern. Eine ausführliche Online-Dokumentation der Tagung ist auf der Gender-Seite von ver.di zu finden Die pdf-Versionen der Präsentationen gibt es auch hier.